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http://www.ostfildern.de//O_Bus+aus+Esslingen+nach+Nellingen-p-3619.html



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Jörg Kirschner


Mitglied seit: 08.01.2008
Wohnort: Nellingen


geschrieben: 08.01.2008 17:27 Uhr
Betreff: O-Bus aus Esslingen nach Nellingen


Anfang der 90iger Jahre wurden von Esslingen aus bis zur Stadtgrenze bei der Haltestelle 'Nellinger Linde, Berkheim' die elektrischen Fahrleitungen aufgehängt. So konnten die DUO- Busse (mit elektrischem und Diesel-Antrieb) umweltfreundlich bis dahin fahren. Inzwischen sind die Fahrzeuge durch reine Dieselbusse ersetzt und die Fahrleitung hängt von Zollberg ab ohne Nutzung. Warum hat man diese nicht bis Nellingen, Stadtbahn verlängert und als Schleifenfahrt über Hindenburg-/Esslinger Strasse wieder Richtung Zollberg erweitert.? So könnten reinelektrische Busse von ES nach Nellingen umweltfreundlich verkehren. Man könnte einen richtigen 10/15-Minutentakt auf dieser Linie fahren. In Nellingen wäre dann ein (gesicherter) Anschluß an eine neue Linie Denkendorf-Nellingen-Kreuzbrunnen-Scharnhausen-Neuhausen-Wolfschlugen möglich. Übrigens wurde damals bei der Stromversorgung (Unterwerk, Trafostation) die Erweiterung nach Nellingen schon berücksichtigt. Ich weiß, die Idee ist alt, aber immer noch gut.




Steinhilber, Hans-Ulrich


Mitglied seit: 09.01.2008
Wohnort: Stadtverwaltung Ostfildern


geschrieben: 30.01.2008 16:29 Uhr
Betreff: Re: O-Bus aus Esslingen nach Nellingen


Seit Jahren ist bekannt, dass DUO-Busse und Elektrobusse keine Technologien repräsentieren, welche zukunftsorientiert sind. Auch investiert der Durchführungsträger, die Städt. Verkehrsbetriebe Esslingen, nicht mehr in diese Fahrzeugtechniken. Der Ausbau der elektrische Fahrleitungsstrecke in den Stadtteil wäre eine kostenintensive Investition ohne Zukunft und wurde im Jahre 2000 in Ostfildern sachgerecht abgelehnt. Der Vorschlag einer neuen Buslinienführung mit Schleifenfahrt im Stadtteil Nellingen und neuer Linienführungen der Linien 119 u. 120 ohne direkte Anbindung der beiden Linien nach Esslingen würde einen Komfortverlust für die Fahrgäste aus Denkendorf, aus Scharnhausen und aus Neuhausen bedeuten. Die Fahrgäste aus diesen Orten mit Fahrziel Esslingen (auch jeweils in die entgegengesetzten Richtungen) müssten im Stadtteil Nellingen umsteigen, was für sie Zeitverlust und zusätzliche Wartezeiten auf die Anschlußbusse bedeuten würde. Die Anbindung der Linien L 119 und 120 an die Stadtbahn wird von diesen Fahrgästen heute schon als Zeit raubend beklagt. Die Alternativen zur den heutigen Linienführungen wurden in 2000 zur Inbetriebnahme der Stadtbahnlinien U 7 und U 8 eingehend geprüft und bewertet. Da die Grundannahmen sich seither nicht verändert haben und die Interessen der einzelnen END-Gesellschafter in den derzeitigen Linienführungen partnerschaftlich gewichtet sind, erübrigen sich eine erneute Diskussionen.




Jörg Kirschner


Mitglied seit: 08.01.2008
Wohnort: Nellingen


geschrieben: 31.01.2008 18:57 Uhr
Betreff: Re: O-Bus aus Esslingen nach Nellingen


Vielen dank für die ausführliche Antwort. Überrascht bin ich aber doch, dass insbesondere der Elektro-Bus nicht zukunftsorientiert sein soll und dass der Verkehrsbetrieb in Esslingen in diese Technik nichts mehr investiere. Da höre ich doch in Esslingen ganz andere Töne. Hat man sich dort bewußt für den Elektro-Bus mit Oberleitung entschieden und nach 2000 erheblich in neue Fahrzeuge investiert. Wer einmal die Zukunft dieser Technik sehen will, sollte mal bei http://www.trolleymotion.com reinschauen. Weiter bin ich überrascht, dass sich in der ganzen Welt im öffentlichen Personennahverkehr ständig was ändert, aber hier bleibt alles seit 2000 gleich. Vielleicht ändert ja dann der von der EU fast erzwungene Wettbewerb doch mal was, wenn auch erst in x-Jahren.




Sven Peters


Mitglied seit: 31.01.2008
Wohnort: Neuhausen


geschrieben: 07.02.2008 13:59 Uhr
Betreff: Re: O-Bus aus Esslingen nach Nellingen


Auch wenn ich kein Einwohner Ostfilderns bin, so bin ich doch Anwohner der Linie 120 und fühle mich von der Diskussion betroffen. Die Argumente, die hier von Herrn Steinhilber vorgebracht werden, vor allem der Bezug zum Jahr 2000, sind aus heutiger Sicht absolut nicht mehr nachvollziehbar, dazu hat sich zuviel getan. Zunächst sei mal darauf hingewiesen, dass hier der Stand aus dem Jahr 2000 zitiert wird, Esslingen hat aber ein Jahr später, im Sommer 2001 neun neue Obusse in Betrieb genommen. Wieso hat man das getan, wenn dies eine Investition ohne Zukunft wäre ? Gemeinsam mit Esslingen haben Solingen und Salzburg zeitgleich diesen Fahrzeugtyp beschafft, Solingen hat erst vor wenigen Wochen einen weiteren Auftrag vergeben, um nun die letzten Altbaufahrzeuge durch neue moderne Obusse zu ersetzen. Wieso, wenn die Technik ohne Zukunft ist ? Salzburg hat am 9.12.2007 seine Linie 4 um 1,7km verlängert [Meldung vom 03.12.07], St.Gallen beschafft 24 neue Obusse [28.11.07] und ordnet sein Obusnetz neu [29.01.08], Winterthur hat sich für den Erhalt des Obusnetzes und zur Neubeschaffung von Obussen zugunsten der Umwelt entschieden [25.01.08]. Neue Obusse für etliche schweizer Städte befinden sich aktuell in Auslieferung, darunter auch Zürich, oder sind ausgeschrieben [03.02.08: 55 Stück für Lausanne und Neuchatel]. Dies mal nur als kleiner Auszug aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Aber auch wenn man den traditinonell stark "obuslastigen Osten" außen vor lässt muss man sich doch fragen, wieso in der schwedischen Kleinstadt Landskrona 2003 ein komplett neuer Betrieb errichtet wurde, dessen Angebot von der Bevölkerung sogut angenommen wird, dass über die Beschaffung eines weiteren Fahrzeugs nachgedacht werden muss und eine Nachbarstadt inzwischen ebenenfalls über einen Obus nachdenkt, wieso in Turku (Finnland) darüber nachgedacht wird, die alten Dieselbusse durch Obusse zu ersetzen oder wieso in Frankreich etliche Betriebe neue Fahrzeuge und neue Strecken erhalten, bzw. in manchen Städten ganz neue Netze entstehen. In Italien werden längst stillgelegte Betriebe reaktiviert, Rom hat nach über 30 Jahren wieder eine Obuslinie bekommen (mit Ausbauplänen), aber auch kleine und mittlere Städte setzen wieder auf diese Technologie. Selbst in den USA wird seit Jahren wieder in diese Technologie investiert. Unterm Strich bleibt festzustellen, dass in den letzten 20 Jahren doppelt soviele neue Trolleybus-Systeme realisiert als aufgelassen wurden ! Dass Elektrobusse keine zukunftsorientierte Technologie repräsentieren ist schlichtweg falsch. Dann wäre auch jedes elektrisch betriebe (und übrigens von den Bau- und Betriebskosten deutlich teurere) schienengebundene Verkehrsmittel nicht zukunftsorientiert, wenn es elektrisch betrieben würde. Aber alle diese Fahrzeuge, ob nun S-Bahn, Stadtbahn oder Obus haben mit moderner Antriebstechnik einen großen Vorteil, den KEIN anderes Fahrzeug bieten kann: sie können Bremsenergie zurückgewinnen. Nichtmal die Hybridtechnik kann dies in diesem Maße tun. Auch sind elektrisch angetriebe Fahrzeuge die einzigen, die vor Ort vollkommen emmissionsfrei sind - und dies bereits seit 1930. Wenn der Strom aus grünen Quellen kommt, dann sind sie sogar 100% emmissionsfrei - mit einer ausgereiften Technologie, die heute von der Stange zu kaufen ist und an der man nicht mehr forschen muss. Und letztlich muss auch jedem klar sein, dass das elektrisch betriebe Fahrzeug das Fahrzeug der Zukunft ist. Ein (serieller) Hybrid, wie ihn z.B. die deutschen Hersteller Mercedes und MAN entwickeln basiert auf einem rein elektrischen Antrieb, ebenfalls die Brennstoffzellenbusse, die bereits erprobt oder für die Zukunft in Planung sind. Technisch betrachtet sind dies "Obusse mit mitgeführtem Kleinkraftwerk". Und diese gelten als die Zukunft im Fahrzeugbau, die sich aber nur darin vom altbekannten Obus unterscheiden, dass sie ihre Energie nicht aus einer Fahrleitung beziehen, sondern in irgendeiner Form "mitschleppen" müssen, was allerdings den Wirkungsgrad auch deutlich verringert und den technischen Aufwand erhöht. Ein Dieselbus kann so sauber sein wie er will, er wird immer Abgase haben, auch wenn diese noch so weit reduziert werden, spätestens den CO2-Ausstoß kann man nicht mehr durch moderne Abgassysteme schmälern. Auch Erdgasbusse haben dieses Problem, selbst die erhofften Hybride stoßen noch große Mengen CO2 aus. Die Brennstoffzelle ist schon seit Jahren konstant 10 Jahre von ihrer Serienreife entfernt und selbst wenn sie diese irgendwann mal hat, so hat sie den Makel, dass Wasserstoff erst durch einen aufwändigen und energiereichen Prozess gewonnen werden muss, dann gespeichert werden muss (in der Tankstelle und im Fahrzeug) und diese Speichertechnik noch sehr große Probleme bereitet, da Wasserstoff sehr flüchtig und daher nur unter großem Aufwand zu speichern ist. Wie man hinter vorgehaltener Hand hört gehen nun nach fünf Jahren die Hamburger Brennstoffzellenversuchsbusse im Sommer außer Betrieb. Nicht weil die Technik verschlissen ist, sondern scheinbar, weil die Prüffrist der Druckbehälter abläuft. Abgesehen davon hat der Trolleybus neben der Luftreinhaltung noch weitere Vorteile: Er ist leise, er hat den mit Abstand höchsten Wirkungsgrad aller Straßenfahrzeuge, Elektromotoren sind langlebig und sehr wartungsarm, Trolleybusse sind erfahrungsgemäß deutlich langlebiger als Dieselbusse und das Image moderner Trolleybusse hat heutzutage einen ähnlich positiven Effekt wieder "Schienenbonus" bei Stadt- und S-Bahn - bei deutlich geringeren Investitionskosten in die Infrastruktur. Es gibt sogar Wirtschaftlichkeitsstudien, die dem Obus seine Rentabilität im Vergleich zu seiner "Konkurrenz" belegen. Wieso also ist der moderne Trolleybus nicht zukunftsfähig ? Hinsichtlich des Umsteigezwangs in Nellingen möchte ich Ihnen, Herr Steibhilber allerdings recht geben, dies würde Fahrgäste vermutlich eher vergraulen als durch den modernen, leisen und spurtstarken Obus neue zu gewinnen. Wenn man sich aber die Topografie vor allem in Scharnhausen und Denkendorf anschaut -aber auch in nicht so ausgeprägter Form in Neuhausen- und dabei den bereits vorhandenen Fahrdraht am Zollberg mit berücksichtigt, so würden es die Linien 119 und 120 sicher gut vertragen, komplett mit Trolleybussen durchgebunden bis Denkendorf und Neuhausen bedient zu werden. Dies wäre zwar sicherlich eine sehr hohe Investition, aber es wäre eine nachhaltige, sowie ökologische und ökonomische Investition in die Zukunft. Eine moderne, saubere und bereits heute beherrschbare Technik, die durch ein größeres Obusnetz sicherlich auch noch wirtschaftlicher zu betreiben wäre als das heutige Obusnetz in Esslingens Innenstadt. Die Grundannahmen (Klimaerwärmung, CO2, Feinstaub, moderne Fahrzeugtechnologie) haben sich gegenüber 2000 sehr wohl und sehr deutlich geändert. Von daher ist eine erneute Diskussion inzwischen nicht nur möglich, sondern sogar dringend erforderlich. Die von Ihnen vorgebrachten Argumente, Herr Steinhilber, sind leider überholt. Anders lässt es sich auch nicht erklären, dass die Stuttgarter Zeitung am 22.10.2007 titelte "Der Elektroantriebler besitzt eine Zukunft" und gelte als Hoffnungsträger für den Klimaschutz. Herr Obenland, der SVE-Werkleiter, wird hier sogar dahingehend zitiert, dass er Ausbaupotential in Esslingen sieht. Dass der Obus darüber hinaus ein maßgebliches Argument dafür war, dass Esslingen einen Klimaschutzpreis erhalten hat spricht ebenfalls für diese Technologie. Es sollte darüber nachgedacht werden, ob man in Ostfildern weiter an alten Argumenten festhalten und um jeden Preis den (störenden?) Fahrdraht durch Nellingen vermeiden will oder ob man sich den modernen Argumenten stellt und die Chance begreift, die das bereits vorhandene Obusnetz in der Nachbarstadt bietet. Wie Herr Kirschner schon schrieb: Die Idee ist alt, aber immer noch gut !




Jörg Kirschner


Mitglied seit: 08.01.2008
Wohnort: Nellingen


geschrieben: 15.05.2008 18:23 Uhr
Betreff: Re: O-Bus aus Esslingen nach Nellingen


Mit großem Interesse habe ich erst vor Kurzem einen interessanten Ausschnitt eines Briefes unseres damaligen OB Rösch vom September 2002 an einen Nahverkehrsfreund, der nicht hier wohnt, entdeckt. Einen Ausschnitt hier ohne weiteren Kommentar: "... haben Sie vielen Dank für Ihren anregenden Brief vom 3.9.02. Es beeindruckt mich, dass ein Bürger, der gar nicht bei uns wohnt, sich so intensive Gedanken über die Nahverkehrssysteme macht. Die Idee, das Oberleitungsbusnetz nach Ostfildern auszuweiten, beschäftigt mich seit vielen Jahren. Es ist im Augenblick nicht so, dass unsere Stadt die Weiterführung der Oberleitung nach Ostfildern ablehnt. Vielmehr liegt es in der Geschäftspolitik der Stadt Eslingen und des Nahverkehrsbetriebes, dass sie Expansionen nicht vorsieht. ...." ?=/%??~~~"!




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