
http://www.ostfildern.de/Noch+bessere+Versorgung+im+Ruiter+Krankenhaus.html
Fast 50 Millionen Euro investierte der Landkreis Esslingen zusammen mit privaten Partnern in den Neubau des Paracelsus-Krankenhauses in Ruit. Anfang Dezember sollen dort die ersten Patienten behandelt werden.
Bei einem Rundgang gewährte Franz Winkler, der Geschäftsführer der Kreiskliniken Esslingen, noch vor der offiziellen Einweihungsfeier am vergangenen Dienstag, einen Blick hinter die Kulissen. Der dreigeschossige Neubau beherbergt im Erdgeschoss unter anderem die zentrale Notfallaufnahme, eine Dialysepraxis sowie einen Konferenzbereich.
Im ersten Obergeschoss befinden sich die neue Intensivstation mit insgesamt 14 Intensiv- und Überwachungsbetten, die onkologische Ambulanz mit 14 Therapieplätzen sowie die Klinik für Kardiologie und Kreislauferkrankungen. Neben zwei Eingriffsräumen verfügt die Klinik über ein modern ausgestattetes Herzkatheterlabor.
Im zweiten Obergeschoss gibt es drei neue Operationssäle. Zwei davon sind für ambulante Operationen vorgesehen, der dritte gehört zur Privatklinik am Eichenbrunnen, die über 10 Zweibettzimmer und 20 Einzelzimmer verfügt.
Auf dem Dach des Neubaus befindet sich der neue Hubschrauberlandeplatz, der den alten Landeplatz neben dem Paracelsus-Krankenhaus ersetzen soll. Um die angespannte Parkplatzsituation zu entspannen, befinden sich in der Tiefgarage unter dem Neubau 197 Stellplätze, 28 davon sind für Mitarbeiter des Krankenhauses reserviert.
„Stillstand bedeutet überall Rückschritt, besonders bei den Krankenhäusern“, sagte Franz Winkler, der Geschäftsführer der Kreiskliniken, kürzlich während eines Rundgangs durch die neuen Räume. Um konkurrieren zu können, müsse man als Krankenhaus eine kompetente, menschliche und wohnortnahe Versorgung anbieten können. Der Neubau bietet laut Winkler die Möglichkeit, enger mit den niedergelassenen Ärzten zu kooperieren und die stationären Leistungen noch besser mit den ambulanten zu verzahnen.
Als „Kernstück des Erweiterungsbaus“ bezeichnete der Chef der Kreiskliniken die neue zentrale Notaufnahme, wo Ärzte unterschiedlicher Disziplinen zusammenarbeiten. Werden Notfallpatienten am späten Abend oder nachts aufgenommen, können sie den Rest der Nacht in einem der acht Betten der zentralen Notaufnahme verbringen, bevor am nächsten Morgen endgültig entschieden wird, ob sie wieder nach Hause dürfen oder stationär aufgenommen werden. „Das entlastet die Nachtdienste auf den Stationen“, versicherte Winkler.
Mit „stolzgeschwellter Brust“ präsentierte Professor Christian Herdeg, der Chefarzt der Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen, seine neuen Räume mit dem modern ausgestatteten Herzkatheterlabor. Alle Bereiche seien sehr eng aneinandergerückt, was gerade für Patienten mit einem Herzinfarkt „ganz arg wichtig“ sei. Herdegs Kollege Dr. Ulrich Abele, Chefarzt der neuen onkologischen Ambulanz, räumte ein, schon seit Jahren „ein bißchen davon zu träumen, die interdisziplinäre onkologische Ambulanz zusammenzuführen“. Die neue Klinik biete die optimalen Rahmenbedingungen für die ambulante Onkologie, betonte er. Das wurde bereits von der Deutschen Krebsgesellschaft gewürdigt. Die Klinik darf sich seit kurzem Onkologisches Zentrum nennen.