Logo

http://www.ostfildern.de//Neuerwerbung+des+Monats.html

Neuerwerbung des Monats Juli

Die Mehrbild-Ansichtskarte ist laut rückseitigem Poststempel im Jahr 1906 verschickt worden. Die Formulierung "Gruss aus ..." war um 1900 beliebt. Man sieht links oben das Haus Wilhelmstraße 1, das vom damaligen Schultheißen Paul Philipp Mauz und dessen Tochter Lina Burkhardt erbaut wurde. Es muss damals eine ortsbildprägende Villa gewesen sein, denn dieses Gebäude wurde auf etlichen Ansichtskarten abgebildet. Rechts oben sieht man das Gasthaus Germania in der Esslinger Str. 3. Auch dieses Gasthaus, das 1899 fertig gestellt wurde, fand sich öfters auf Ansichtskarten wieder. Die Gartenlaube der Germania wird leider teilweise verdeckt vom dritten Bild, das links unten die heutige Hahn-Mühle im Körschtal zeigt. Diese Mühle wird auch Wörnitzhäuser Mühle genannt. Alle drei Gebäude sind heute noch erhalten. Die handschriftliche Notiz sendet Grüße vom Nellinger Kirchweihfest. 

 Nellingen Ansichtskarte um 1900

 Die bislang nicht bekannte Ansichtskarte konnte über Ebay bei einem Ansichtskartenhändler in Berlin erworben werden. 

 

Rückblick

 

Neuerwerbung des Monats Juni 2018

Das Foto ist um 1965 in der US-Kaserne Nellingen Barracks aufgenommen worden. Es zeigt einen Militärhubschrauber beim nördlichen Hangar, dort wo sich heute die Sportterrassen im Scharnhauser Park befinden. Im Hintergrund sieht man einen Teil des "Housing Area", wo die Offiziere mit ihren Familien wohnten. Bei den vorderen Wohnblocks dürfte es sich (von links nach rechts) um den Hohenemsweg 2-6, Hohenemsweg 1-5 und Mirandolaweg 2-6 handeln. Hinten sieht man die Wohnblocks Stauffenbergstr. 24-28 (links) und Stauffenbergstr. 18-22 (rechts).

Scharnhauser Park Hubschrauber um 1965

Die Aufnahme wurde von Boyd M. Silver aus den USA gemacht. Er war von 1964 bis 1966 in den Nellingen Barracks bei der 11th Trans. Company stationiert und hat einige qualitativ gute Aufnahmen gemacht. Sie kamen über Billy Bils aus Nellingen, der eine website zur Geschichte der Nellingen Barracks betreibt, hierher und wurden dankenswerterweise auch für die Fotosammlung des Stadtarchivs Ostfildern zur Verfügung gestellt.

 

Neuerwerbung des Monats Mai 2018

Das Foto zeigt die Fassade des Nellinger Otto-Hahn-Gymnasiums (OHG) im Jahr 1999. Die ironisch gemeinte Aufschrift "We [love] MV", die wohl auf den baden-württembergischen Kultusminister Gerhard Mayer-Vorfelder (Amtszeit 1980-1991) anspielt, legt nahe, dass die Fassadenbemalung bereits in den 1980er-Jahren entstanden ist. Sie besteht noch heute. Der nüchterne Schulbau war bereits kurz nach der Einweihung 1973 bemalt worden, damals allerdings nur als Fries über dem Eingang und mit weniger "wilden", kubisch-dekorativen Motiven.

Nellingen Otto-Hahn-Gymnasiums 1999

Das Foto wurde jetzt aus der analogen Fotosammlung der städtischen Pressestelle entnommen, digitalisiert und in die Fotosammlung des Stadtarchivs intergriert. Anlass war die Nachfrage nach alten OHG-Fotos im Rahmen der Vorbereitung zum 50-jährigen Bestehen des Otto-Hahn-Gymnasiums.

 

Neuerwerbung des Monats April 2018

Die colorierte Ansicht aus den Jahren um 1914 zeigt das "neue Viertel" in Ruit. So wurde damals offensichtlich die Bebauung der äußeren Hedelfinger Straße und der Brühlstraße genannt. Der Fotograf befand sich auf freiem Feld etwa zwischen Bauer Illi und der Bebauung im "Kapf". Heute würde das Neubaugebiet um den Wangener Weg diesen Blick unmöglich machen. Man sieht in der rechten Bildhälfte die inzwischen abgerissene Schillerschule. Sie war 1912 erbaut worden.

Ruit Neues Viertel um 1914

Die Ansicht stammt aus einer Drei-Bild-Ansichtskarte, die 1916 verschickt wurde und unlängst über Ebay ersteigert werden konnte. Sie ist seit 26 Jahren zum ersten Mal auf dem Ansichtskartenmarkt aufgetaucht und zeigt nicht nur einen bislang nicht bekannten Blick auf Ruit, sondern auch die Tatsache, dass es immer noch Ansichtskarten gibt, die man im Stadtarchiv noch nicht kennt. 

 

Neuerwerbung des Monats März 2018

Das Foto zeigt den Scharnhauser Park in der Bauphase, genauer den Geschosswohnungsbau in der Gabriele-Münter-Straße an der Landschaftstreppe im Mai 2005. Das Bild ist in Richtung Osten aufgenommen. Im Hintergrund sieht man das Haus für Kinder. Bei den Gebäuden dürfte es sich um die Hausnummern 19 (vorne) und 17 (hinten) der Gabriele-Münter-Straße handeln. Die Aufnahme wurde vor gerade mal 13 Jahren gemacht. Man sieht auf ihr eindrücklich, wie kahl es damals noch aussah und wie rasch die Bebauung voran ging. 

Scharnhauser Park 2005

Dieses Foto ist streng genommen keine Neuerwerbung, da es 2005 vom Stadtarchivar aufgenommen wurde und schon seit damals im Bestand des Stadtarchivs verwahrt wird. Es wurde jedoch noch analog auf Diafilm fotografiert und jetzt erst nachträglich digitalisiert. Schlummerte das ungerahmte Dia zuvor in einem Archivkarton, ist es jetzt gerahmt, mit einer Signatur versehen und ordentlich abgelegt. Zudem sind die Daten des Fotos in einer speziellen Datenbank erfasst, so dass es blitzschnell recherchiert werden kann und auf dem Computer-Bildschirm erscheint.

 

Neuerwerbung des Monats Februar 2018

Das Familienbild zeigt den Ruiter Bauern David Würschum (1866-1926) mit seiner Ehefrau Friederike geb. Mangold ( Wäldenbronn 1870-1926) und den neun Kindern. Es sind in der Reihenfolge ihrer Geburt: Ernst (geb. 1890), Albert (geb. 1892), Friedrich (geb. 1895), Anna (geb. 1900), Otto (geb. 1901), Luise (geb. 1903), Theodor (geb. 1905), Eugen (geb. 1907) und Willy (geb. 1910). Eigentlich waren sogar 13 Kinder in einem Zeitraum von 20 Jahren zur Welt gekommen, jedoch starben drei Kinder kurz nach der Geburt bzw. als Kleinkind. 1909 musste ein totgeborener Knabe beerdigt werden. Die Familie Würschum wohnte in der Scharnhauser Str. 7, die schon im Kirchgässle liegt (alte Gebäude-Nr. 110).

Es war damals ein hartes und entbehrungsreiches Leben, weit entfernt von heutigen sozialromantischen Vorstellungen vom gesunden Leben auf dem kleinen Bauernhof. Das karge und arbeitsintensive Wirtschaften ließ die Menschen schnell altern. Wer nicht weiß, dass die Eltern beim Fototermin gerade mal 44 und 48 Jahre alt waren, würde wahrscheinlich vermuten, dass es sich um die Großeltern der Kinder handelt. Friederike und David Würschum wurden nur 56 und 60 Jahre alt.

Das Foto wurde 1914 vor dem Ausmarsch des uniformierten Sohnes (vermutlich Friedrich) in den Ersten Weltkrieg gemacht (er überlebte den Krieg und kehrte nach Ruit zurück). Man zog die Sonntagskleidung an und machte sich auf nach Esslingen in die Bahnhofstraße zum Fotografenatelier Gustav Scheerer. Während heute permanent fotografiert wird, war ein Foto damals ein seltenes und wertvolles Dokument des Lebens. Oft gab es nur ein oder zwei solcher Familienfotos im gut gehüteten Album.

Ruit Familie Würschum 1914

Das Stadtarchiv konnte das Foto vor kurzem über ebay erwerben. Dank der Notiz "Familie Würschum ca. 1914" auf der Rückseite konnte es identifiziert werden. Zunächst musste recherchiert werden, ob es denn überhaupt eine Ruiter Familie zeigt. Nachdem sichergestellt war, dass es damals in Esslingen keine Familie namens Würschum gab, wurde die Aufnahme ersteigert. Nun folgten die Nachforschungen im Familienregister des Standesamts: Gab es eine Ruiter Familie Würschum mit der entsprechenden Anzahl an Kindern im richtigen Geschlecht und im richtigen Alter? Bei David Würschum wurde der Stadtarchivar fündig. Über das Brandversicherungskataster konnte das Wohnhaus nachgewiesen werden. Die Recherche-Ergebnisse decken sich mit einem anderen, für das Stadtarchiv uninteressanten Foto aus dem Bestand des ebay-Anbieters, das an einen David Würschum in der Scharnhauser Str. 110 adressiert war. Vermutlich stammen beide Fotos aus demselben Album.