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Neuerwerbung des Monats Februar

Das Familienbild zeigt den Ruiter Bauern David Würschum (1866-1926) mit seiner Ehefrau Friederike geb. Mangold ( Wäldenbronn 1870-1926) und den neun Kindern. Es sind in der Reihenfolge ihrer Geburt: Ernst (geb. 1890), Albert (geb. 1892), Friedrich (geb. 1895), Anna (geb. 1900), Otto (geb. 1901), Luise (geb. 1903), Theodor (geb. 1905), Eugen (geb. 1907) und Willy (geb. 1910). Eigentlich waren sogar 13 Kinder in einem Zeitraum von 20 Jahren zur Welt gekommen, jedoch starben drei Kinder kurz nach der Geburt bzw. als Kleinkind. 1909 musste ein totgeborener Knabe beerdigt werden. Die Familie Würschum wohnte in der Scharnhauser Str. 7, die schon im Kirchgässle liegt (alte Gebäude-Nr. 110).

Es war damals ein hartes und entbehrungsreiches Leben, weit entfernt von heutigen sozialromantischen Vorstellungen vom gesunden Leben auf dem kleinen Bauernhof. Das karge und arbeitsintensive Wirtschaften ließ die Menschen schnell altern. Wer nicht weiß, dass die Eltern beim Fototermin gerade mal 44 und 48 Jahre alt waren, würde wahrscheinlich vermuten, dass es sich um die Großeltern der Kinder handelt. Friederike und David Würschum wurden nur 56 und 60 Jahre alt.

Das Foto wurde 1914 vor dem Ausmarsch des uniformierten Sohnes (vermutlich Friedrich) in den Ersten Weltkrieg gemacht (er überlebte den Krieg und kehrte nach Ruit zurück). Man zog die Sonntagskleidung an und machte sich auf nach Esslingen in die Bahnhofstraße zum Fotografenatelier Gustav Scheerer. Während heute permanent fotografiert wird, war ein Foto damals ein seltenes und wertvolles Dokument des Lebens. Oft gab es nur ein oder zwei solcher Familienfotos im gut gehüteten Album.

Ruit Familie Würschum 1914

Das Stadtarchiv konnte das Foto vor kurzem über ebay erwerben. Dank der Notiz "Familie Würschum ca. 1914" auf der Rückseite konnte es identifiziert werden. Zunächst musste recherchiert werden, ob es denn überhaupt eine Ruiter Familie zeigt. Nachdem sichergestellt war, dass es damals in Esslingen keine Familie namens Würschum gab, wurde die Aufnahme ersteigert. Nun folgten die Nachforschungen im Familienregister des Standesamts: Gab es eine Ruiter Familie Würschum mit der entsprechenden Anzahl an Kindern im richtigen Geschlecht und im richtigen Alter? Bei David Würschum wurde der Stadtarchivar fündig. Über das Brandversicherungskataster konnte das Wohnhaus nachgewiesen werden. Die Recherche-Ergebnisse decken sich mit einem anderen, für das Stadtarchiv uninteressanten Foto aus dem Bestand des ebay-Anbieters, das an einen David Würschum in der Scharnhauser Str. 110 adressiert war. Vermutlich stammen beide Fotos aus demselben Album.