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Neuerwerbung des Monats April

Die Feuerfahne aus Kemnat stammt aus dem Jahr 1817. Ursprünglich aus gelben Tuch angefertigt, hängte man die Fahne beim Läuten der Feuerglocke oben zum Kirchturm hinaus, und zwar auf der Seite, die in Richtung des Brandortes zeigte. So konnten alle sehen, wo es ungefähr brannte, und die Löschmannschaften konnten gleich in die richtige Richtung rennen -  wenn man den Brand nicht sowieso am Rauch erkannte. Unter dem Ortsnamen -  bis 1902 hinten mit "th" geschrieben - sieht man als Fleckenzeichen einen gevierteilten Kreis, der als Sester oder Simri (Getreidemaß) gedeutet wird. Da dieses Fleckenzeichen relativ häufig verwendet wurde, versah man es mit einem Beizeichen, in unserem Fall mit fünf Punkten. Ihre Bedeutung ist bislang nicht geklärt. Das Sesterzeichen wurde noch im 19. Jahrhundert als Mühlrad interpretiert, was durch die zwei Kemnater Mühlen im Körschtal plausibel erschien. Deshalb bestand das spätere Kemnater Ortswappen aus einem Mühlrad und fünf horizontal angeordneten Kugeln.


Kemnat Feuerfahne 1817
 

Die Feuerfahne ist eigentlich keine Neuerwerbung, da sie bereits in den 1970er-Jahren bekannt war. In der Ortsgeschichte von Christine Bührlen-Grabinger aus dem Jahr 1979 ist die Fahne sogar abgebildet. Nach dem 750-Jahr-Jubiläum wurde sie zusammen mit anderen Fahnen weggepackt. Sie verschwand in der städtischen Registratur unter dem Hallenbad Ruit. Vor dessen Abriss wurden die Fahnen in ein anderes Gebäude eingelagert, wo aufmerksame Verwaltungsmitarbeiter sie nun zwischen wertlosen Fahnen entdeckten und vor der Vernichtung retteten. Im Stadtarchiv hat die Feuerfahne nun einen endgültigen Aufbewahrungsort gefunden.

 

 

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