
http://www.ostfildern.de/Nellinger+Ortsmitte+wird+unter+die+Lupe+genommen.html
Die Stadt Ostfildern sieht in der Ortsmitte Nellingens teilweise erheblichen Entwicklungsbedarf. Der Gemeinderat stimmte daher einmütig einem Verwaltungsantrag zu, den Bereich der östlichen Hindenburgstraße städtebaulich untersuchen zu lassen. Für den Fall einer Sanierung des Gebiets sicherte sich die Stadt für eine Reihe von Grundstücken ein besonderes Vorkaufsrecht.
„Wir sehen im Bereich der Hindenburgstraße in Nellingen eine ganze Reihe von Defiziten“, sagte Baubürgermeister Michael Assenmacher, als er den Ratsmitgliedern die Verwaltungsvorlage zu den Beschlüssen über die Stadterneuerung in Nellingens Mitte erläuterte. Insbesondere im Gebiet der östlichen Hindenburgstraße habe die Verwaltung einen erhöhten Entwicklungsbedarf festgestellt.
So sei entlang der Hindenburgstraße eine Zunahme von Geschäften mit Billig-Sortiment zu vermerken, auch das Gastronomie-Angebot bewege sich weitgehend auf einem eher einfachen Niveau. Die Verbindung der Stadtbahn-Endhaltestelle mit der Hindenburgstraße durch ein reichhaltiges Handels- und Dienstleistungsangebot funktioniere auch zehn Jahre nach der Eröffnung der Haltestelle nicht.
Das hohe Verkehrsaufkommen in der Hindenburgstraße und der Esslinger Straße würde überdies dazu führen, dass Passanten und Einkaufswillige keine Ruhezonen finden. „Wir haben sehr viel Verkehr und nur eine geringe Aufenthaltsqualität für Fußgänger. In einer Haupteinkaufsstraße ist so etwas überhaupt nicht gut“, stellte Assenmacher fest.
Als Konsequenz aus diesen Mängeln schlug die Verwaltung vor, eine Untersuchung in Auftrag zu geben, deren Ergebnisse als Grundlage für die förmliche Festlegung des Quartiers als Stadterneuerungsgebiet dienen sollen. Dies wiederum würde der Stadt die Tür zu den Programmen der Städtebauförderung öffnen.
Um eine geregelte städtebauliche Erneuerung abzusichern, schlug die Verwaltung überdies vor, der Stadt per Gemeinderatsbeschluss ein gesondertes Vorkaufsrecht an einer Reihe von Grundstücken in diesem Quartier einzuräumen. „Dies ist nur folgerichtig, um tatsächlich handlungsfähig zu werden“, erklärte Oberbürgermeister Christof Bolay das Verfahren.
Für die Ratsrunde bestand kein Diskussionsbedarf. Beide Beschlussvorschläge fanden einmütige Zustimmung. „Wir begrüßen, hier langfristig in eine gute Entwicklung einzusteigen“, sagte Silvia Eisinger (SPD). Die CDU-Fraktionsvorsitzende Elfi Kolm sah gar einige Themen angesprochen, über die schon eher nachgedacht werden sollte. „Die Verkehrsberuhigung und die Erhöhung der Qualität für Fußgänger sollte man nicht nur langfristig angehen“, sagte sie.