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Nellingen

Mit rund 9500 Einwohnern ist Nellingen der größte Stadtteil Ostfilderns. Sein Bild wird geprägt von der Hindenburgstraße, die gleichzeitig die städtebauliche Achse wie Hauptgeschäftsstraße darstellt. Dem mittelalterlichen Dorfkern um Klosterhof und Riegelhofstraße im Süden steht das moderne Schul- und Sportzentrum mit Stadthalle, Stadtbücherei und Hallenbadgegenüber. Dort endet auch die im Jahr 1999 eröffnete Stadtbahn. Im ehemaligen Straßenbahndepot an der Halle (Foto) entstand ein belebtes Kulturzentrum.

Der Ortsname Nellingen wird erstmals im Jahr 1120 urkundlich er­wähnt. Damals schenkte der Ortsadelige Anselm von Nellingen seinen Besitz dem Kloster St. Blasien im Südschwarzwald. Bald darauf errichteten die Benediktiner in Nellingen eine Propstei zur Verwaltung ihrer Güter in der Region. Die in der Folgezeit entstandenen Gebäude (romanischer Kirchturm, Altes Pfarrhaus, Fruchtkasten mit Staffelgiebel und Propsteigebäude) bilden heute das größte historische Bauensemble Ostfilderns. 1649 trat die Herrschaft Württemberg die Nachfolge des Klosters St. Blasien an. Bis 1836 war Nellingen Sitz eines württembergischen Kameralamts und blieb damit weiterhin ein Verwaltungszentrum mit überörtlicher Bedeutung.

Seit 1811 gehörte Nellingen zum Oberamt Esslingen. Damit war der Ort der einzige unter den heutigen Stadtteilen Ostfilderns, der ver­waltungsmäßig zur heu­tigen Kreisstadt hin orientiert war. Einstmals landwirtschaftlich orientiert, entwickelte sich Nellingen gegen Ende des 19. Jahrhunderts immer mehr zur Arbeiterwohngemeinde. Die Inbetriebnahme der Überlandstraßenbahn END nach Esslingen im Jahr 1926 erleichterte den Weg zu den Fabriken im Neckartal.

HM-an der HalleVer­glichen mit Kemnat, Ruit und Scharnhausen war Nellingen immer ein großes Dorf. Die alte Gemeindemarkung erstreckt sich auf ca. 900 Hektar und umfasst damit fast die Hälfte der Flä­che Ost­filderns. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert lebten hier rund 1.500 Einwohner. Deren Zahl wuchs bis zum Jahr 1949 auf mehr als 4.000 an.

Nellingen sah dem Zusammenschluss mit Ruit, Kemnat und Scharn­hausen im Zuge der Gemeindereform 1975 mit relativer Gelassenheit entgegen: Man hatte erst kurz zuvor einen Antrag auf die Erhebung zur Stadt gestellt und war sich sicher, auch als Teil der Reform­stadt eine wichtige Rolle zu spielen. Mit vielfältigen kulturellen Ein­rich­tungen, Schulen und städtischen Einkaufs­möglichkeiten unter­streicht der Stadtteil Nel­lingen heute seine geschichtliche Ent­wicklung.