Nein zur Bildungsregion Esslingen
Die Stadt Ostfildern tritt der von der Landesregierung angeregten Bildungsregion Esslingen nicht bei. Das hat der Verwaltungsausschuss im Gemeinderat in der vergangenen Sitzung beschlossen.
„Wenn Bildung draufsteht, dann ist man zunächst geneigt, solchen Projekten zuzustimmen“, sagte Oberbürgermeister Christof Bolay. Allerdings erwarte die Verwaltung nach einer genaueren Prüfung der Unterlagen von der angestrebten Bildungsregion keinen positiven Effekt für die Stadt, vielmehr befürchtet Bolay den Aufbau von Doppelstrukturen. „Die Ziele des Projektes sind bei uns bereits in anderen Strukturen aufgebaut worden“, so Bolay.
Die Einschätzung der Verwaltung konnte die Mehrheit der Verwaltungsausschussmitglieder teilen. "Erst werden Projekte wie Sprachförderung und Sozialarbeit vom Land gestrichen, dann sollen diese Dinge wieder in abgespeckter Version aufgelegt werden", erläuterte Joachim Dinkelacker von den Freien Wählern. Seine Empfehlung: ohne die Zusicherung einer dauerhaften Finanzierung durch das Land solle das Vorhaben nicht gestartet werden. Für den Bereich der Schulen sei das Konzept schlüssig, für den Bereich der Kommunen allerdings nicht, sagte Norbert Simianier. Der CDU-Stadtrat hatte die Vorarbeiten des Projektes begleitet. Einzig die SPD wollte der Bildungsregion eine Chance geben: "In der Vorlage werden zwei Sachen miteinander vermischt", analysierte der SPD-Fraktionsvorsitzende Werner Schmidt. Für ihn stehe die Vernetzung der Einrichtungen außerhalb der Stadt im Vordergrund. Mit drei Gegenstimmen aus den Reihen der SPD ist dem Ansinnen des Landes eine Absage erteilt worden.
Die Landesregierung hatte den Stadt- und Landkreisen vorgeschlagen, nach dem Vorbild eines Modellprojektes in Freiburg regionale Bildungslandschaften aufzubauen. Dabei solle an einem regionalen Netzwerk zwischen Schulen, dem staatlichen Schulamt, den Wirtschaftskammern, der Jugendarbeit und den Weiterbildungsträgern geknüpft werden. Ziel der Bildungsregion sei es, die Sprachförderung auszubauen, die Ausbildungsreife der Schüler zu verbessern und Bildungsträger wie Vereine und Kirchen stärker in die Betreuung von Schülern einzubinden.
Eine Arbeitsgruppe hat nicht nur die Strukturen der Bildungsregion skizziert, sondern auch den finanziellen Aufwand kalkuliert: 136.000 Euro würde das Projekt Bildungsregion Esslingen im Jahr verschlingen. Die Kommunen sollen insgesamt 66.000 Euro zuschießen, der Landkreis soll sich mit 20.000 Euro beteiligen, die Industrie- und Handelskammer soll 5.000 Euro bereitstellen - und der Anteil der Stadt Ostfildern würde 3.000 Euro im Jahr betragen. Den Löwenanteil des Projektes würde das Land bezahlen - zunächst allerdings nur für zwei Jahre.

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