
http://www.ostfildern.de/N_Riegelstra%C3%9Fe.html

Die Riegelstraße ist eine der alten Straßen im historischen Dorfkern Nellingens. Allerdings existierte noch bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts lediglich ihr südlicher Teil zwischen Wilhelm- und Hindenburgstraße. Wo heute der Abschnitt bis zur Ludwig-Jahn-Straße verläuft, waren damals noch die "Riegelhofäcker", also Felder und Wiesen, anzutreffen.
Den Namen "Riegelstraße" führt die ortsgeschichtliche Literatur auf eine Stange oder Querholz zum Abriegeln des Dorfausgangs zurück. Ein solcher Riegel hätte als Durchlass im Etterzaun, der "Stadtmauer" eines Dorfes, dienen können. Die Schranke soll noch zum Beginn des 20. Jahrhunderts bestanden haben. Ihr genauer Ort ist allerdings unbekannt.
Der Name "Riegelstraße" könnte jedoch auch auf Steinriegel hinweisen, die in der Umgebung als Flurnamen überliefert sind. Diese Riegel bestanden aus aufgehäuften Steinen, die aus den angrenzenden Feldern herausgelesen wurden. Die Tatsache, dass die Riegelstraße in Richtung des Gewanns "Steinen" führt, macht diese Theorie noch plausibler.
Der alte Teil der Riegelstraße vermittelt heute noch einen Eindruck von der einstmaligen landwirtschaftlichen Prägung des Ortes. Die Bauernhäuser verfügen meist über zugehörige Wirtschaftsgebäude. Beim Schlendern durch die Riegelstraße kann man so manches architektonische Detail entdecken: Da ist etwa die interessante Schieferverblattung des Hauses Nr. 2 zu betrachten. Die doppelläufige Freitreppe des Hauses Nr. 9 gibt dem Gebäude ein besonderes Flair. Der kleine Dreiecksgiebel an der Traufseite des Hauses Nr. 11 ist eigentlich ein herrschaftliches Attribut und lässt daher - wie übrigens auch der hohe Steinsockel - auf einen besonderen Status der Bewohner schließen. Dieses Haus wurde 1820 nämlich von Schultheiß Jakob Mauz erbaut, der von 1813-1848 amtierte. Sein Sohn Philipp Adam Mauz erbte nicht nur das Haus, sondern auch das Amt des Schultheißen, das er von 1870 bis 1883 ausübte. Hinter dem rundbogigen Kellereingang an Haus Nr. 13 kann man einen tiefen Gewölbekeller vermuten, der im Laufe der Jahre wohl so manches Mostfass gesehen hat. Schließlich sei noch auf die interessante Backsteinmusterung am Haus Nr. 17 hingewiesen.
Zu verdanken ist die Bewahrung historischer Architektur in der Riegelstraße nicht zuletzt der Ortskernsanierung, die in den Jahren um 1980 erfolgte.