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1.12.2011

Mehrgenerationenhaus wird auf den Weg gebracht

Im Scharnhauser Park entsteht im kommenden Jahr ein Haus, das allen Generationen gemeinsamen Lebensraum bieten wird. Am vergangenen Montag wurde das Modell vorgestellt. Die Verwaltung der Stadt Ostfildern beschäftigt sich bereits seit mehreren Jahren mit dem Gedanken, mit einem Mehrgenerationenhaus das Zusammenleben jüngerer und älterer Bürger unter einem Dach zu fördern. Im Zusammenhang mit dem Bau des Nachbarschaftshauses an der Bonhoefferstraße im Scharnhauser Park bot sich die Gelegenheit, für die direkt anliegende, etwa 3000 Quadratmeter große Brachfläche zwischen der Stauffenbergstraße und dem Nachbarschaftshaus entsprechende Pläne zu entwerfen und damit auch die letzte Baulücke an der Bonhoefferstraße zu schließen.

„Unsere Wunschvorstellung war, generationenübergreifendes Wohnen zu realisieren, ein Haus mit barrierefreien Miet- und Eigentumswohnungen, mit einer Kindertagesstätte ebenso wie mit einer Wohngruppe für ältere Menschen und einem Mehrzweckraum als zentralem Bindeglied im Haus“, erläuterte Baubürgermeister Michael Assenmacher am vergangenen Montag bei der Präsentation der Ergebnisse eines Architektenwettbewerbs für das Projekt.

Diesen Wettbewerb hatte die gemeinnützige Wohnungs- und Städtebaugesellschaft Siedlungswerk aus Stuttgart, die das Bauprojekt umsetzen wird, in Abstimmung mit der Stadtverwaltung ausgelobt. Sieben Architekturbüros hatten Entwürfe eingereicht, unter denen schließlich am vergangenen Freitag ein Preisgericht aus Vertretern der Stadtverwaltung und des Gemeinderats, Architekten und weiteren Fachkundigen das Modell des Stuttgarter Architekturbüros Ackermann und Raff als Sieger kürte.

Ab dem Herbst des kommenden Jahres soll nach diesem Entwurf ein Allgenerationenhaus entstehen, das ab Mitte des Jahres 2014 etwa 100 Menschen Wohnraum und Heimat bieten soll. Die Siedlungswerk gGmbH wird dafür rund zehn Millionen Euro investieren - eine Summe, die die Stadt Ostfildern aus eigener Kraft nicht aufbringen könnte, wie Assenmacher betonte.

„Im Mittelpunkt des Konzepts steht die Herausforderung, in einem Gebäude unterschiedliche soziale Strukturen und verschiedene Generationen zusammen zu bringen und gelebte Nachbarschaft von Alt und Jung zu ermöglichen“, beschrieb Siedlungswerk-Geschäftsführer Bruno Möws. Sein Stellvertreter Norbert Tobisch erläuterte, dass bei den gemeinsamen Überlegungen der Stadtverwaltung und des Siedlungswerks der demografische Wandel eine Rolle gespielt habe. „Der kann nur gelingen, wenn wir die Jungen nicht vergessen“, sagte er. Das Projekt vereine daher diverse Bausteine unter einem Dach, die fließende Übergänge und einen Austausch zwischen den Generationen ermöglichten. Neben einer Kindertagesstätte seien etwa Wohnungen geplant, die für Senioren wie Familien wie Kinder geeignet seien, „mit Schwellen, die man mit dem Bobby Car und dem Rollator überwinden kann“, beschrieb Tobisch. Ein weiterer Baustein des Hauses sei die Wohngruppe von sechs bis acht Apartments für ältere Menschen, die selbständig leben könnten, für die jedoch zur Erleichterung der Organisation des Alltags ein „Kümmerer“ eingestellt werden könnte. „Wir denken dabei an die größer werdende Gruppe alleinstehender älterer Männer“, erklärte Tobisch.

Eine zentrale Rolle sollen die Gemeinschafts-
einrichtungen des Hauses spielen, erklärte Ostfilderns Stadtplaner Karl-Josef Jansen. Der Mehrzweckraum soll allen Hausbewohnern für gemeinsame Aktivitäten zur Verfügung stehen, die Außenanlagen werden so gestaltet, dass sich die Hausbewohner zwanglos zum Plaudern, Grillen oder Gärtnern treffen können. „Das Ganze hat durchaus eine urbane Struktur und ist mit dörflichem Wohnen nicht vergleichbar. Es entsteht ein städtisches Quartier, aber grün und gemeinschaftlich“, lobte Jansen.

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