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28.9.2017

Ein Vierteljahrhundert Kulissenschieber

Foto: In schwarz-rot gekleidet zeigen sich die Kulissenschieber auf der Bühne. Foto: Kulissenschieber

Am Samstag, 23. September erstrahlte das Theater An der Halle in Nellingen in festlichem Glanz. Die Amateurtheater- Gruppe Kulissenschieber feierte ihr 25-jähriges Bestehen.

Nicht nur Oberbürgermeister Christof Bolay bereicherte das Programm mit seinem Grußwort, sondern auch alle fünf künstlerischen Leitungen, die im Lauf der Jahre Regie geführt hatten, kamen zu Wort. Moderiert wurde der kurzweilige Abend von Peter Stapelberg, der nicht nur als ehemaliger Mitspieler einen sehr persönlichen Bezug zur Gruppe hat. Schließlich war er es, der 1992 in seiner damaligen Funktion als Leiter der Volkshochschule den Anstoß dazu gab, für dieses neu geschaffene Theater eine eigene Spielertruppe zu gründen.

Einen begeisterten Mitstreiter fand er in Lothar Hartmann, der seinerzeit als Lehrer am Otto-Hahn-Gymnasium bereits theaterpädagogische Erfahrungen gesammelt hatte und nicht lange dazu überredet werden musste, für diesen besonderen Volkshochschulkurs die Leitung zu übernehmen. Nach ihm war es Bernd Köhler, der 15 Jahre lang mit großem persönlichem und künstlerischem Engagement die Gruppe leitete. Ihm folgten Felix Beck, Barbara Brandhuber und seit 2015 Tobias Metz.

Sie alle stellten sich in einer gemeinsamen Talkrunde den Fragen von Peter Stapelberg. Als ausgewiesene Theaterprofis philosophierten sie über das Wesen des Amateurtheaters im Allgemeinen und dem der Kulissenschieber im Besonderen. Sie tauschten sich aus über Fluch und Segen dieses professionell ausgestatteten Theatersaals und gaben zur Erheiterung des Publikums auch die eine oder andere Anekdote zum Besten.

Kontinuierlich haben die Kulissenschieber, die 2003 das schützende Dach der Volkshochschule verlassen mussten und sich seitdem als Förderverein behaupten, über 25 Jahre hinweg das Theater An der Halle mit etwa 50 Produktionen bespielt. Dazu zählen klassische wie zeitgenössische Stücke, Komödien ebenso wie Tragödien und Kriminalstücke. Verschiedene Auftritte im Nachtstudio und bei Gastspielen ergänzen das Programm.

Die Größe der Gruppe variiert und umfasst eine Altersspanne von 17 bis 70 Lebensjahren, quer durch alle Berufsschichten. Was die Spieler eint, ist die Leidenschaft fürs Theater, die auch die oft unterschätzten aber entscheidenden Tätigkeiten hinter der Bühne mit einschließen. So verleiht Monica Lange seit Jahrzehnten Bühnenbild und Kostümen ihre ganz persönliche Note, während Gabriele Oppold schon genau so lange in den Bereichen Sprecherziehung und Dramaturgie wertvolle Unterstützung leistet.

Einige Mitspielerinnen sind von Anfang an dabei und haben ganz selbstverständlich auch ihre Partner und Kinder in die Gruppe integriert. Dennoch gibt es von Produktion zu Produktion auch immer wieder wechselnde Gesichter.

So waren es an die 120 Menschen, die im Lauf der 25 Jahre bei den Kulissenschiebern aktiv gewesen sind und nun zur großen Jubiläumssause eingeladen waren. Stellenweise erinnerte das Fest darum auch an ein großes Klassentreffen, wenn sich ehemalige Kulissenschieber nach Jahrzehnten wieder trafen und begeistert um den Hals fielen.

Das unterhaltsame Bühnenprogramm, das neben der Talkrunde im Rahmen eines Potpourris auch einzelne Szenen aus verschiedenen Stücken präsentierte, war mit knapp zwei Stunden so bemessen, dass noch genügend Zeit für persönliche Gespräche blieb. Die musikalische Begleitung durch The Mercy Rebels trug mit ihrem unverwechselbaren Groove der 1950er- und 60er-Jahre ebenfalls zur guten Stimmung bei. Aufwendig gestaltete Fotodokumentationen erinnerten im Foyer und Theatersaal an das, was die Kulissenschieber bereits auf die Bühne gebracht haben.

Was ist das Geheimnis dieser Gruppe, das sie zu solchen semiprofessionellen Leistungen treibt? Einerseits die Bühne mit all ihren umfassenden technischen Möglichkeiten, andererseits die künstlerischen Leitungen, die allesamt Theaterprofis sind, und nicht zuletzt der große persönliche Einsatz der Spieler und aller guten Geister im Hintergrund.

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