
http://www.ostfildern.de/Kemnat-p-2159.html

Seit den 1960er Jahren entwickelte sich Kemnat zur prosperierenden Wohn- und Industriegemeinde an der Peripherie der Landeshauptstadt. Die Gewerbeflächen zogen zahlreiche Firmen an. Kemnat gilt heute als ein wichtiges Zentrum des baden-württembergischen Verlags- und Druckgewerbes. Obwohl Kemnat traditionell eher nach Stuttgart orientiert war, wurde der Ort während der Gemeindereform in die "Ostfilderstadt" integriert. So ist Kemnat heuteein Stadtteil Ostfilderns mit rund 4.800 Einwohnern.
Kemnat wird erstmals 1229 in einer Papsturkunde erwähnt. Der Ortsname leitet sich vom Wort "Kemenate" her und wurde einst vermutlich im Sinne von "beim steinernen Haus mit beheizter Kammer" verwendet.
Dies weist auf einen alten Ortsadel hin, der längst ausgestorben ist. Vom einstigen Adelssitz ist heute ebenfalls nichts mehr bekannt. Vielleicht wurde er zerstört, als die Esslinger und Ulmer den Ort im Großen Städtekrieg 1449 niederbrannten. Seit 1451 gehörte Kemnat zum Amt Stuttgart. Damals hatten die Württemberger alle obrigkeitlichen Rechte inne. Begütert waren besonders die Klöster Bebenhausen und Denkendorf.
Der Schafhof der Herrschaft Württemberg, der seit 1451 belegt ist und bis 1824 existierte, brachte Kemnat eine gewisse überörtliche Bedeutung. Das Dorf war, wie viele Flecken im Umkreis, klein: Im Jahr 1600 lebten hier etwa 300 Menschen. An der Wende zum 20. Jahrhundert war die Bevölkerung auf rund 1.000 angewachsen.
Zu den ortstypischen Erwerbsmöglichkeiten wie Landwirtschaft und traditionellem Handwerk kam seit der Gründerzeit immer mehr die Industriearbeit hinzu. Auch das Baugewerbe der Stadt Stuttgart zog viele Arbeitskräfte an.
