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Thomas Kiefer


Mitglied seit: 07.03.2018
Wohnort: Ostfildern Nellingen


geschrieben: 08.03.2018 21:56 Uhr
Betreff: Kaufpreisentwicklung für Wohnungen in Ostfildern


Preissteigerungen von 500€/m2 in Nellingen ? Was gedenkt Ostfilden zu tun ? Sozialwohnungen (berechtigt ) und Wohnungen die ein Durchschnittsverdiener nicht bezahlen kann ? Jaa ich lebe gerne in der Stadt aber lügen wir uns nicht in die Tasche 4000€m2 sind nur noch für wenige bezahlbar. Ergo raus aufs Land und wieder her mit dem Auto.
Ich sehe hier keine Zukunft sesshaft zu bleiben




Gabi Knappe


Mitglied seit: 18.05.2018
Wohnort: Ostfildern


geschrieben: 25.05.2018 13:39 Uhr
Betreff: Re: Kaufpreisentwicklung für Wohnungen in Ostfildern


Ich verstehe Ihren Unmut bzw. die Fragen, Herr Kiefer, und teile sie auch.

Als wir vor knapp 20 Jahren nach Nellingen zogen, war dieser Stadtteil bereits als "teu(r)er" bekannt und der damalige Immobilienmakler der KSK sagte uns, die Stadtteile SchaPa (damaliger Stand), Ruit und Kemnat wären finanziell leichter zu stemmen. Der Haken damals für uns: Die anderen Stadtteile sagten uns von der Infrastruktur nicht zu.

Wir wurden immobilientechnisch in Nellingen fündig, haben die Wahl auch nie bereut, aber natürlich sehen wir, wie sich die Stadt, Menschen und Preise verändern. Aufgrund eines Gedankenspieles haben wir letztes Jahr unsere Immobilie schätzen lassen und die Steigerung ist enorm. Das ist positiv für uns als Eigentümer, aber würden wir verkaufen, kann sich vermutlich nur ein bestimmtes Klientel unsere Immobilie leisten. Und die muss man dann finden.


Ich höre bei uns in der Nachbarschaft von ähnlichen Erfahrungen und sehe, wie gerne Menschen nach Ostfildern kommen, auch hier leben wollen, aber es ist schlicht nicht machbar. Die "klassischen" schwierigen Fälle - Alleinerziehende, Familien mit mehreren Kindern, Alleinverdiener, Minijobber, Menschen mit prekären Jobs usw. - bleiben mittlerweile fast per se außen vor und unfreiwillig haben wir hier - aus meiner Sicht - bereits ein starkes Gefälle von "reich" und "arm".


Es behagt mir nicht, ich finde, eine Gemeinschaft zeichnet sich durch Vielfalt aus, jeder soll willkommen sein, aber in den letzten Jahren wurde das nicht genügend forciert/gelebt. Durch die Flüchtlingskrise hat sich die Situation erst wieder ins Bewusstsein gedrängt und ihre fragile Seite offenbart. Was tut also z.B. Ostfildern, um die Situation ausgewogener zu machen?



Ich glaube, es reicht nicht, dass wir über ein multi-belegbares Wohnkonzept für Obdachlose und Flüchtlinge sprechen, sondern es braucht definitiv mehr Sozialwohnungen unterschiedlicher Größe und für unterschiedliche Generationen, um so vielseitig nutzbar zu sein - über Jahrzehnte hinweg. Je vielseitiger, sprich offener, solche Angebote sind, desto vielfältiger kann man derartige Räumlichkeiten auch später nutzen, bleibt nicht auf ihnen sitzen, wenn das gewünschte Klientel entfällt.

Plus, warum sprechen wir nicht auch über kreative Lösungen, wie sie die "urban rigger" gezeigt haben? Warum nicht quer denken, Container umbauen, etwaige leerstehende Kirchen, Vereinsheime u.ä. nutzen? Wo bleiben Mehrgenerationenkonzepte, wo ältere Mitbürger jüngere Leute aufnehmen, die im Gegenzug bspw. im Haushalt unterstützen?

Warum nicht einfach einmal Eigentümer und Interessierte bei einem Meinungs- und Ideenaustausch an einen Tisch holen, Ideen aufstellen und sie umsetzen, zumindest testen? Oft braucht es doch keine langwierigen Konzepte, wenn simple Ideen auf tatkräftige Unterstützung stoßen, oder?



Beste Grüße!



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