
http://www.ostfildern.de/K_Kirche.html

Gleich neben dem alten Rathaus befindet sich die evangelische Kirche. Sie wurde in den Jahren von 1961 bis 1963 neu errichtet, nachdem die alte, nicht zuletzt durch Kriegseinwirkungen baufällige Kirche abgerissen worden war.
Der Neubau der Kirche zeichnet sich durch eine schlichte, zweckorientierte Architektur aus. Sie gliedert sich harmonisch in das Ortsbild ein. Bemerkenswert ist das Hauptportal sowie die beiden Reliefs an den Türklinken - links das Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen, rechts die Verleugnung des Petrus.
Die neue Kirche ist wie ihr Vorgängerbau dem heiligen Bartholomäus geweiht, dem Schutzheiligen der Metzger und Schäfer. Mag sein, dass der württembergische Schafhof in Kemnat den Ausschlag für diese Wahl gegeben hat.
Angrenzend an die Kirche findet man das 1988 errichtete Gemeindehaus. Das benachbart stehende Pfarrhaus stammt aus den Jahren um 1566.
Erinnerungen an die alte Dorfkirche
Ostfildern ist arm an alten Kirchen. Abgesehen von der evangelischen Kirche im Nellinger Klosterhof entstammen sämtliche Gotteshäuser der zweiten Hälfte des 20. Jh. Deshalb sollen an dieser Stelle stellvertretend für die abgebrochenen evangelischen Kirchen einige Ausführungen über die alte Kemnater Kirche folgen.
Ein rund 800 Jahre altes Flachrelief aus Sandstein, welches das „Lamm Gottes“ zeigt und in die Außenwand der neuen Kirche über dem Portal integriert wurde, deutet darauf hin, dass bereits im Hochmittelalter eine Kirche in Kemnat existierte. Eine Vorgängerkirche wurde nach den Zerstörungen des Städtekriegs um 1460 neu aufgebaut. Ihr gotisches Spitzbogenportal wurde in der neuen Kirche eingebaut. Ebenfalls aus der alten Kirche stammt das Kruzifix, das Anna Schönhaar, die Ehefrau des Dorfrichters, im Jahre 1674 gestiftet hat.
Selbst im Außenbereich kann man noch historische Überreste der Kemnater Kirchengeschichte antreffen: Im Pfarrgarten hinter dem Pfarr- und Gemeindehaus steht noch der alte Taufstein.