Emotion Bild
 
14.7.2017

Stolz auf die „Silberne Herde“

Foto: Ein edles Pferd wird auf der Wiese vorgestellt. Foto: Bail

Vor 200 Jahren begann die Arabervollblutzucht des Haupt- und Landgestüts Marbach am Schlössle in Scharnhausen. Das wurde im Rahmen eines Festakts gefeiert.

1817 legte König Wilhelm I. den Grundstein für die Arabervollblutzucht des Haupt- und Landesgestüts Marbach am Schlössle in Scharnhausen. Die Jubiläumsfeier am Wochenende fand während des Schlösslesfests des Hippotherapiezentrums statt. Das Ambiente am Schlössle war traumhaft, die zahlreichen Gäste begeistert. „Schöner als in Marbach“, schwärmte eine Besucherin, während sie die sechs Schimmel-Stuten aus der Vollblutaraberzucht in Marbach auf der Koppel vor der prächtigen Fassade des Schlössles fotografierte. Die Nachfolger der als Stammeltern geltenden Lieblingspferde des „Landwirtschaftskönigs“ Wilhelm I., Bairactar und Murana I, hatten es leichter nach Scharnhausen zu gelangen als die exotischen Vorfahren. 108 arabische Pferde importierte Wilhelm I. einst aus Damaskus. Sie mussten die Strecke zu Fuß zurücklegen, wie die Fachjournalistin Gudrun Waiditschka in ihrem Vortag erklärte.

Dazu brauchten Mensch und Tier eine Rossnatur. Nicht alle überlebten die Strapaze. Doch die Zucht der „genügsamen und ausdauernden, aber auch anmutigen, schönen und eleganten Pferde“, wie Friedlinde Gurr- Hirsch, Staatssekretärin im Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum, schwärmte, konnte begonnen werden. „Die ‚Silberne Herde‘ begeistert uns immer wieder. Es ist ein Genuss, die herrlichen Pferde hautnah zu erleben.“

Ermöglicht hatte den Festakt das Hippotherapiezentrum in Zusammenarbeit mit dem Gestüt Marbach und dem Förderverein Marbach, der nicht nur mit einer Bronzetafel des Künstlers Wolfang Schaller, sondern auch mit einem Scheck über 1.000 Euro an die Betriebsleiterin des Hippotherapiezentrums Silke Plöns und den Geschäftsführer Wolfgang Fahr, der das Anwesen für 50 Jahre vom Haus Württemberg gepachtet hat, überraschte.

Friedrich Herzog von Württemberg zeigte sich sehr angetan vom Rahmen für dieses Jubiläum „200 Jahre Weil-Marbacher Vollblutaraberzucht“, auf das er sehr stolz sei. Stadtarchivar Jochen Bender forderte in seinem Vortrag Lokalpatriotismus. Wenn man von der Zucht spreche, fehle Scharnhausen immer. Es müsste aber genannt werden. „Hier fing alles an.“ Wegen seiner Lage war das königliche Privatgestüt Scharnhausen für die Aufzucht der Stutenfohlen zuständig. In der Dependance Kleinhohenheim waren die Hengstfohlen untergebracht. Hengste und viele Stuten hatten ihre Stallungen in Weil, dem sicherlich wichtigeren Gestüt, wie Bender einräumte. Von dort übernahm Marbach 1932 die Zucht, nachdem die Nachfahren König Wilhelms I. kein Interesse zeigten.

Oberbürgermeister Christof Bolay erinnerte an die lange und wechselvolle Geschichte des Scharnhauser Schlössles, zu dem die Bevölkerung schon immer eine besondere Beziehung hatte und stolz darauf sei. Für Bolay war es „ein schönes Symbol“, dass das Hippotherapiezentrum nun dort wirkt und kranke Menschen Hilfe finden. „Ich ziehe den Hut vor dem, was Frau Plöns Tag für Tag leistet“, sagte er.

Die Betriebsleiterin überreichte Friedrich Herzog von Württemberg ein Bild vom Schloss, gemalt von Bernhard Ide. Der gebürtige Hamburger, der nach dem Krieg nach Scharnhausen zog, wurde, wie viele, in den Bann des Anwesens gezogen. Mit der auf Seide gemalten Ansicht hat er die Liebe zum Schlössle festgehalten. Weshalb auf dem Gemälde keine Pferde zu sehen sind, erklärte Plöns mit seinem Beruf: Er war Techniker. Zum Abschluss präsentierte Landesoberstallmeisterin Astrid von Velsen- Zerweck die sechs Schimmel-Stuten und die beiden Hengste aus Marbach.

Zurück zur Übersicht

Direkteinstiege:



nicht_loeschen 

 

Logo_SeimeinNachbar_Startseite 

 

Programm_familienbewusst_demografieorientiert_transparent

 

Klimaschutz-Ostfildern_CMYK