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8.12.2017

Fünf Jahre Interkulturelle Bibliothek

Foto: Ein Regal der Interkulturellen Bibliothek. Foto: Stadtbiliothek

Niederschwellige Angebote für alle Seit fünf Jahren gibt es in Ostfildern die Interkulturelle Bibliothek. In der Sitzung des Verwaltungsausschusses zog Heike Schepp, die Leiterin der Stadtbücherei, eine positive Zwischenbilanz.

„Deutschland ist ein Einwanderungsland“, verwies Heike Schepp zu Beginn ihrer Ausführungen auf einen der wichtigsten Gründe, weshalb die Interkulturelle Bibliothek vor fünf Jahren in Ostfildern auf den kommunalpolitischen Weg gebracht worden war. Derzeit leben Menschen aus mehr als 130 Staaten in Ostfildern. Die meisten von ihnen stammen laut Schepp aus der Türkei, aus Griechenland, Italien, Kroatien und aus dem Kosovo. Zudem hat der Zustrom an Geflüchteten seit dem Jahr 2015 stark zugenommen.

Die Benutzerbefragung und die Zielgruppenanalyse aus dem Jahr 2013 haben laut Schepp gezeigt, dass Menschen mit Migrationshintergrund eine „wichtige Zielgruppe“ der Bibliothek sind. „Deshalb haben wir uns überlegt, welche niederschwelligen Angebote wir machen können, die zur Integration beitragen“, sagte sie. Dabei umfasse die interkulturelle Bibliotheksarbeit alle Zielgruppen, und nicht nur Menschen mit Migrationshintergrund. „Da Sprachkompetenz der entscheidende Schlüssel zur soziokulturellen Integration ist, ist die Schaffung einer guten Lerninfrastruktur ein wesentliches Element“, sagte Schepp.

Unter dem Motto „Bunt, Lebendig – Offen für alle“ ging die Interkulturelle Bibliothek dann im Jahr 2013 an den Start. Im Rahmen des Projekts Geschichtenwelten, das vom Lokalen Aktionsplan (LAP) gefördert wurde, konnten zum Auftakt die Sprachinseln mit entsprechenden Medien in der Kinderbibliothek im KuBinO realisiert werden. Zudem gab es zahlreiche Veranstaltungen für Kinder. Darüber hinaus wurden verstärkt fremdsprachige Medien und Medien, die das Erlernen der deutschen Sprache erleichtern, angeschafft. Im Februar eröffnete schließlich im KuBinO die Lounge der Interkulturellen Bibliothek, die sich sowohl an Bibliotheksbesucher mit als auch ohne Migrationshintergrund sowie an Geflüchtete und Asylsuchende richtet. Dort können alle, die sich für andere Kulturen interessieren und gerne Sprachen lernen möchten, zudem auf vielfältige E-Learningangebote zurückgreifen. Auch finden dort jene Menschen, die Geflüchtete und Asylsuchende begleiten, verschiedene Materialien. Wer die deutsche Sprache erlernen möchte, dem bietet die Interkulturelle Bibliothek Sprachkurse und Lernmaterial an. Zudem gibt es dort Romane, die in leichter Sprache geschrieben sind, oder zweisprachige Romane. Es gibt verschiedene Medien, beispielsweise zur deutschen Kultur und zu den Themen Bewerbertraining und Rechtsberatung aber auch Kochbücher und vieles mehr.

Als Highlight bezeichnete Schepp die Interkulturellen Wochen in diesem Jahr, die gemeinsam mit der Volkshochschule organisiert und von der Bürgerstiftung gefördert wurden. Zwei der wichtigsten Veranstaltungen waren dabei die beiden Lesungen mit Michael Blume und Hassan Ali Djyn. Unter dem Motto „Living Library“, konnten sich Besucher der Bibliothek in diesem Jahr nicht nur Medien, sondern auch Menschen ausleihen, die für verschiedene Gespräche zur Verfügung standen. „Der rege Austausch an den verschiedenen Tischen hat allen Beteiligten sehr viel Spaß gemacht“, versicherte Schepp, die sich beim Gemeinderat und bei der Stadtverwaltung für die „gute Zusammenarbeit“ und bei der Bürgerstiftung für die Unterstützung bedankte.

Tanja Eicher, Abteilungsleiterin Kultur und Bewegung im Fachbereich 2 (Bildung, Kultur und Familie), umriss kurz die Arbeit der städtischen Kultureinrichtungen, darunter das Kulturbüro, die Städtische Galerie, die Musikschule und die Treffpunkte, im Hinblick auf die Förderung von Integration. Allein an der Volkshochschule absolvierten in diesem Jahr im ersten Semester 506 Teilnehmer 25 Sprach- und Integrationskurse. Den Kosten von 185.000 Euro standen laut Eicher Erträge in Höhe von 192.000 Euro gegenüber.

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