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5.10.2017

Sorgende Gemeinschaft in den Stadtteilen

Illustration: Die Broschüre zur integrierten Stadtentwicklung. Illustration: Oschatz

Der Plan „Gutes Älterwerden in den Stadtteilen Ostfilderns“ zeigt neue Ansätze auf, wie der demografische Wandel in der Stadt bewältigt werden kann. Er wird nun im Gemeinderat diskutiert.

Auch in der vergleichsweise jungen Stadt Ostfildern vollzieht sich der demografische Wandel mit wachsender Dynamik. Deswegen haben sich städtische Mitarbeiter aus den verschiedenen Fachbereichen und bürgerschaftlich Engagierte in einer Planungswerkstatt daran gemacht, die Situation in der Stadt zu analysieren und daraus Konzepte und Handlungsempfehlungen für ein gutes Älterwerden in den Stadtteilen abgeleitet. Nach gut zwei Jahren Arbeit ist nun ein knapp 190 Seiten starkes Planwerk herausgekommen, das im Gemeinderat zur Debatte gestellt wird „und in der nächsten Gemeinderatssitzung mutmaßlich verabschiedet werden kann“, sagte Oberbürgermeister Christof Bolay bei einem Pressegespräch zur Vorstellung der Planungen.

Der Oberbürgermeister dankte allen Beteiligten für die „ausgesprochen engagierte Mitarbeit“ und zeigte sich zuversichtlich, dass bis ins Jahr 2030 viele der vorgeschlagenen Maßnahmen umgesetzt werden können. „Wir können in der Stadt ja auf eine lange und gute Tradition in Sachen Altenhilfe zurückblicken“, sagte der Oberbürgermeis­ter mit Blick auf eine solide Basis.

Im Jahr 2030 ist jeder dritte Bürger über 60 Jahre alt. „Den quantitativ größten Zuwachs gibt es bei der Altersgruppe der 60- bis 75-Jährigen mit etwa 46 Prozent“, referierte Gabriele Beck, die Verantwortliche bei der Leitstelle für Ältere. Der demografische Wandel bei gleichzeitigem Fachkräftemangel in der Altenhilfe sei eine große Herausforderung für die Kommunen und erfordere neue Wege in der Altenhilfe. „Die zukünftige Versorgung gelingt nur in einem guten Zusammenspiel von Familien, professionell Tätigen sowie nachbarschaftlich und bürgerschaftlich gestützten Hilfen“, sagte Beck. Die Pflege in geteilter Verantwortung mit lokal gut verankerten Verantwortungsgemeinschaften werde ein Modell der Zukunft sein. Die Verantwortlichen in der Planungswerkstatt haben dabei ambulant betreute Wohngemeinschaften im Fokus, wie sie im „Lichtblick“ im Nachbarschaftshaus schon verwirklicht worden ist. „Ob wir am Ende in allen Stadtteilen solche WGs verwirklichen können oder ob es am Ende in einem Stadtteil etwas anderes braucht, wird sich zeigen“, sagte Peter Stapelberg vom Vorstand der ambulant betreuten Wohngemeinschaft für demente Menschen. Fest steht: bis im Jahr 2030 werden in der Stadt nach Hochrechnungen des Planungsbüros Weeber und Partner 284 Pflegeplätze fehlen. Mit den maßgeschneiderten Lösungen soll dieses Defizit maßgeblich reduziert werden.

„Herzstück der Planung war die Idee einer „Caring Community“, also einer sorgenden Gemeinschaft“, erläuterte Beck. Damit verbunden sei der Ansatz, Bürger, Kirchengemeinden, Vereine, Unternehmen und Initiativen in den Stadtteilen für eine Mitgestaltung von Unterstützungsangeboten zu gewinnen. Die Planungen in der Altenhilfe wurden eng verzahnt mit den Quartiersentwicklungen der Stadtplanung. Mit der integrierten Stadtentwicklungsplanung können die Fragestellungen in der Stadtgesellschaft, wie sie die Planungswerkstatt aufgegriffen hat berücksichtigt und räumlich umgesetzt werden.

Für die Entwicklung der zahlreichen Maßnahmen haben sich die Engagierten in der Planungswerkstatt an vier Handlungsfeldern orientiert, die Schwerpunkte der kommunalen Altenhilfe in den kommenden Jahren sein werden: die Vorsorge und Eigeninitiative stärken sowie bürgerschaftliche Mitverantwortung fördern, mit dem Ausbau ambulanter Unterstützungsnetzwerke die Versorgung sichern, eine generationengerechte Infrastruktur schaffen sowie weitere ambulant betreute Wohngemeinschaften einrichten.

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