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3.11.2011

Integrativer Unterricht ist fester Bestandteil an der Musikschule

Seit 20 Jahren arbeitet die Musikschule mit dem Sonderschulzentrum Rohräckerschule Esslingen zusammen und bietet Musikunterricht auch für Schüler mit Handicaps an. Die Kooperation ist jetzt mit einem Fest, einigen Reden und ganz viel Musik gefeiert worden. „Ich bin Bassspieler“, sagt einer der jungen Erwachsenen selbstbewusst, wenn er nach seinem Beruf gefragt wird. Er lernt seit 18 Jahren E-Bass an der Musikschule und spielt mit Begeisterung die Lieder der 1960er und 70er Jahre nach. Seit 20 Jahren gibt es die Kooperation zwischen der Musikschule und der Rohräckerschule Esslingen. Der

Musikschulleiter Albrecht Imbescheid sagt dazu: „Es ist kein Nischenangebot, sondern lebt mittendrin in unserer Arbeit.“

Rund 200 Schüler der Rohräckerschule mit verschiedenen Handicaps haben in diesen 20 Jahren die Musikschule besucht. Alle gemeinsam mit ihrer Mittelstufenklasse und ihren Lehrern jeweils ein Jahr lang im Rahmen des Vormittagsunterrichts. Und einige von ihnen im Anschluss daran nachmittags zum Einzelunterricht auf einem Instrument ihrer Wahl.

Der Gruppenunterricht wird jeweils von zwei Lehrkräften aus verschiedenen Instrumentalbereichen geleitet. Musikalisch setzen sich die Kinder mit Themen auseinander, die sie direkt betreffen, mit ihrem Alltag, dem sozialen Umfeld, den Jahreszeiten, aber auch ihrem normalen Unterrichtsstoff. Sie kommen dazu vom Zollberg mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Nellingen, dorthin wo auch alle anderen unterrichtet werden. Viele von ihnen haben eine besondere rhythmische, musikalische und die entsprechende motorische Begabung und lernen im Anschluss daran mit Lust und Leidenschaft ein Instrument.

Extra entwickelt haben der Musikpädagoge Siegfried Härer und ein Esslinger Geigenbauer das Streichinstrument Viogino, es wird ähnlich gespielt wie eine Gambe und ist wesentlich leichter zu erlernen als etwa eine Violine.

Für den integrativen Unterricht wurde die Fachgruppe musikalische Sonderpädagogik eingerichtet, geleitet wird sie von Nicole Sturm-Goes. Regelmäßige Treffen und vor allem der Austausch mit Sonderpädagogen haben sich als wertvoll und wichtig für eine erfolgreiche und kontinuierliche Arbeit erwiesen. Die Instrumentallehrer übernehmen gerne die Aufgabe, ein geistig oder körperlich behindertes Kind zu unterrichten. Besonders auch jene, die sonst die Leistungsträger an der Musikschule betreuen, erzählt Imbescheid. Sie stellen sich individuell auf die Fähigkeiten der Schüler ein, und bearbeiten Musikstücke entsprechend. Ganz am Anfang müssen die Schüler auch nicht nach Noten, sondern dürfen nach Farben spielen. Neun Jahre unterrichtet Albrecht Imbescheid jetzt eine Schülerin, auch sie spielte zunächst nach Farben, doch nach einer gewissen Zeit lernte sie, Noten zu lesen. Zunächst war der Umstieg mühsam, doch jetzt spielt sie „mit tollem Erfolg ihre Querflöte“.

Vor eineinhalb Jahren wurde das Rohräckerschulorchester gegründet, einmal in der Woche trifft sich das Orchester zum Proben, vormittags an der Schule auf dem Zollberg unter der Leitung von Nicole Sturm-Goes. In den vergangenen Jahren wurden drei ganz verschiedene, witzige und bunte Projekte realisiert, gemeinsam mit den bestehenden Instrumentalensembles der Musikschule und sehr zum Vergnügen der Zuschauer und der Akteure.

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