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26.7.2018

Abschlussveranstaltung der Bürgerbeteiligung zum Integrationsplan der Stadt

Foto: Bei der Abschlussrunde der Bürgerbeteiligung zum Integrationsplan im Bürgerhaus Ruit bildeten sich etliche Diskussionsgruppen. Foto: Kutzer

Beim Abschluss der Bürgerbeteiligung zum Integrationsplan sind im Bürgerhaus Ruit die bisherigen Ergebnisse vorgestellt worden. Sie werden nun analysiert und im Gemeinderat debattiert.
Im Saal des Bürgerhauses Ruit diskutierten am vergangenen Freitag zahlreiche Teilnehmer der Abschlussveranstaltung zur Bürgerbeteiligung am Integrationsplan für die Stadt Ostfildern in sieben Kleingruppen noch einmal die Kernthemen, die für ein erfolgreiches Ankommen von Migranten in der Gesellschaft bedeutsam sind.

Dabei standen wie bereits in den Diskussionsrunden zuvor besonders die für eine erfolgreiche Integration wichtigen Bereiche Wohnen, Sprache und Bildung, aber auch die interkulturelle Öffnung der Verwaltung im Vordergrund.

So stellten die Diskussionsteilnehmer fest, dass Missverständnisse zuweilen bereits im Kleinen beginnen, etwa beim Fremdeln einiger Frauen mit dem Gedanken an eine separate Kinderbetreuung, während sie selbst im Nähkurs sitzen. „Das hat mit dem kulturellen Selbstverständnis zu tun“, erklärte Hayal Ayik vom Kreisjugendring Esslingen, die den Komplex Werte und Akzeptanz moderierte. „Für viele Frauen ist es selbstverständlich, dass sie ihre Kinder überall hin mitnehmen, weil sie einfach dazu gehören. Das gilt auch für Feste oder abendliche Besuche in einem Lokal. Die Kinder sind immer dabei. Das hat nichts mit Vernachlässigung zu tun, auch wenn sie nach deutschem Verständnis schon ins Bett gehören würden.“

Einer der heiklen Punkte im Alltag sei die Unterscheidung zwischen Werten, die verhandelbar sind, und solchen, die akzeptiert werden müssen. Verständnis für andere Denkweisen zu wecken sei dabei ebenso wichtig wie die Aufklärung über geltende Regelungen, staatliche Institutionen und deren Funktionsweise.

„Der bisherige Prozess hat gezeigt, dass es vor allem um Kommunikation geht“, resümierte Oberbürgermeister Christof Bolay die Diskussionen, die der Schlussrunde vorausgegangen waren. „Wir werden jetzt die Ergebnisse analysieren und strukturieren und dann im Gemeinderat vorstellen. Ich möchte Sie bitten: Kommunizieren Sie weiter“, sagte Bolay.

Auch die städtische Integrationsbeauftragte Andrea Koch-Widmann betonte, der Nachmittag sei keineswegs als Schlusspunkt der Bürgerbeteiligung Integration gedacht. „Das wäre ein großes Missverständnis. Vielmehr hoffe ich sehr, dass Sie sich weiterhin tatkräftig bei der Begleitung unserer internationalen Neubürger, aber auch beim kreativen Mitdenken und Mitentwickeln von konkreten Projekten einbringen.“ Als gelungenes Beispiel eines solchen Projekts nannte sie den in der Arbeitsgruppe Wohnen des Plenums Integration entwickelten Wohnführerschein, der inzwischen bereits umgesetzt worden ist.

Dass das Potenzial an neuen Ideen und Vorschlägen noch längst nicht erschöpft ist, zeigte die Vielzahl an Zetteln mit Stichpunkten, die die Moderatoren während der Gesprächsrunden im kleinen Kreis an den bereitstehenden Pinnwänden gesammelt hatten. Das Spektrum reichte von der Einrichtung einer lokalen Informationsstätte für Ausbildungsinteressierte bis zur Anregung, Lernangebote stärker in die Hände hauptamtlicher Leiter zu übergeben und das Ehrenamt weniger als Hauptamt ohne Entlohnung einzusetzen.

Die Hochschullehrerin Beate Aschenbrenner- Wellmann von der evangelischen Hochschule Ludwigsburg würdigte den Integrationsplan in ihrem Redebeitrag als Meilenstein. Sie mahnte an, der Willkommenskultur nun eine Anerkennungskultur folgen zu lassen. „Wo Beteiligung angeboten wird, müssen auch Mitsprache, Mitwirkung und Mitbestimmung möglich sein“, gab sie zu bedenken. „So entsteht auch größeres Interesse am Ergebnis und damit ist allen gedient.“

 

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