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18.5.2018

„Integration ist eine Querschnittsaufgabe“

Foto: Interessierte Zuhörer im Sprach- und Erziehungskurs zur Integration Geflüchteter. Archivfoto: Wangner

Seit 2017 wird in der Stadt an einem Konzept für die Integration von Migranten gearbeitet. Die Integrationsbeauftragte Andrea Koch-Widmann hat den Prozess im Ausschuss vorgestellt.
Das Zusammenleben einer Vielzahl von Menschen aus unterschiedlichen Herkunftskulturen ist in Ostfildern eine seit Jahren gut gelingende Praxis. Dennoch hat die hohe Zahl an Geflüchteten, die in der Stadt eine neue Heimat gefunden haben, die Stadtgesellschaft vor Herausforderungen gestellt.

Um dies zu meistern und eine gelingende Integration der Zugewanderten zu gewährleisten, hat sich die städtische Fachstelle für Integration und Flüchtlingshilfe daran gemacht, einen Integrationsplan zu erarbeiten. In einem breit angelegten Beteiligungsverfahren will die Verwaltung gemeinsam mit Bürgern, den ehrenamtlich in der Unterstützung Geflüchteter Tätigen, wichtigen Akteuren, Multiplikatoren, Kirchen, Vereinen und anderen Organisationen ein Integrationskonzept für die Stadt erstellen. Andrea Koch-Widmann, die städtische Integrationsbeauftragte, hat in der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses den Stand der Dinge vorgestellt.

„Integration ist immer ein wechselseitiger Prozess. Es ist eine langfristige Aufgabe für die Gesellschaft und eine Querschnittsaufgabe für die Verwaltung“, erklärte Koch-Widmann. Um alle Beteiligten gleichermaßen in die Entwicklung eines Integrationsplans einzubeziehen, wurde dafür ein Beteiligungsprozess in Gang gesetzt. Dabei finden die Bedürfnisse, Vorschläge und das Engagement der Bürger ebenso wie der Verwaltungsmitarbeiter Berücksichtigung. Für die wissenschaftliche Begleitung des Beteiligungsprozesses wurden die Sozialwissenschaftlerin Beate Aschenbrenner- Wellmann von der Evangelischen Fachhochschule Ludwigsburg und Birgit Groner, die Geschäftsführerin des dortigen Instituts für Antidiskriminierungs- und Diversityfragen, gewonnen.

Mit deren Unterstützung wurden jeweils sieben Interviews mit Bürgern und Verwaltungsmitarbeitern geführt, um ein möglichst umfassendes Meinungsbild zu den Anforderungen und Voraussetzungen für eine gelingende Integration zu gewinnen. Daraus wiederum wurden einige Bereiche herausgefiltert, in denen besonderer Handlungsbedarf festgestellt wurde und in denen es bereits eine Reihe von Unterstützungsangeboten gibt. „Wohnen, Sprache, Freizeit, Bildung oder Schule“, nannte Koch-Widmann beispielhaft. Diese Bereiche wurden in Arbeitsgemeinschaften mit sehr vielen Beteiligten aus der Bürgerschaft, den Vereinen und auch der Verwaltung diskutiert. „Dank der guten Vernetzung und Beteiligung von unterschiedlichen Akteuren, von Ehrenamtlichen, Vereinen und Verwaltung in der Stadt haben wir ganz praxisorientiert einige erfolgreiche Projekte gestartet“, erzählte Koch-Widmann und nannte den Rechtsstaatsunterricht, die Kehrwoche in Unterkünften oder auch den Schwimmkurs für Frauen, der durch die Unterstützung des Turnvereins Nellingen und der Malteser möglich geworden ist. „Und wann immer es Projektmittel gab, haben wir sie auch erfolgreich akquiriert“, betonte Koch-Widmann.

Auch ein besonderes Anliegen aller Beteiligter, die Öffentlichkeitsarbeit, sei angegangen worden. So wurde ein eigenes Logo entwickelt und ein serviceorientierter Überblick über die Angebote und Akteure auf der Homepage der Stadt angelegt. „Dort sind wichtige Informationen und alle Hilfs- und Unterstützungsangebote vom Sozialdienst bis zu den ehrenamtlichen Aktivitäten gebündelt über einen eigenen Button zu finden“, erklärte Andrea Koch-Widmann.

Im weiteren Verlauf sollen nun am 20. Juli im Bürgerhaus Ruit bei einem Abschlussforum der Integrationsplan und die einzelnen Handlungsfelder für die weiteren Bemühungen präsentiert und mit allen Akteuren, der Verwaltung und dem Gemeinderat diskutiert werden. Ende September soll das Konzept im Verwaltungsausschuss und im Oktober abschließend im Gemeinderat vorgestellt werden.

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