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30.11.2017

Inklusion braucht neue Wege

In den 34 Kindertageseinrichtungen in der Stadt werden täglich mehr als 2.400 Kinder von Fachkräften pädagogisch betreut.

Die Träger der Kindertageseinrichtungen in Ostfildern haben sich im Kindergartenausschuss im April dieses Jahres mehrheitlich auf der Grundlage der UN-Kinderrechtskonvention und der UN-Behindertenkonvention verständigt, ihre Einrichtungen entsprechend mit einer inklusiven Pädagogik zu gestalten.

Zu diesem Thema hat kürzlich Petra Wagner, die Leiterin der Fachstelle Kinderwelten für vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung mit Sitz in Berlin, in einem Vortrag gesprochen. Susanne Volpp, die Fachbereichsleiterin der Abteilung Bildung, Kultur und Familie begrüßte mehr als 300 Gäste im KuBinO. „Inklusion bedeutet, dass jeder Mensch natürlich mit dazu gehört. Das hört sich leicht an, die Umsetzung steht aber auf einem ganz anderen Blatt“, sagte Volpp.

Petra Wagner erläuterte anhand von vielen Facetten, wie holprig bereits im Kindergarten der Weg zu mehr Bildungsgerechtigkeit für manche Kinder sei. Sie betonte, dass Veränderungen nur in kleinen Schritten erreicht werden könnten. Bildungschancen für alle zu erlangen setze aber voraus, dass den Fachkräften Barrieren und verstellte Zugänge bewusst seien und diese aktiv beseitigt werden müssten.

Vielfalt zu leben und Barrieren zu vermeiden setze zudem eine hohe kommunikative und reflexive Bereitschaft der Fachkräfte voraus, machte Wagner deutlich. So sei es notwendig, mit der eigenen Haltung zu beginnen und sie bewusst wahrzunehmen sowie auch die eigenen Ängste, Vorbehalte und Verunsicherungen anzusprechen. Das sei also genau das, was kompetente und professionell arbeitende Fachkräfte tunlichst vermeiden sollten. Gleichzeitig sei dies der erste Schritt in diesem Prozess. Petra Wagner sprach mit ihrem Ansatz der vorurteilsbewussten Bildung nicht von einer schnellen Lösung oder einer Methode, die auf schnelle Erfolge abzielt. Sie ermunterte, sich durch Wissenserweiterung, Reflexion und Praxisbegleitung auf den Weg zu begeben und sich Zeit für den Prozess zu nehmen, also durchaus in Jahren und nicht in Tagen zu denken.

Rose Sonnet-Fuchs, die Kindergartenfachberaterin bei der Stadt Ostfildern, dankte Petra Wagner für den gelungenen und nachdenklich stimmenden Vortrag. Nach der Erklärung der Trägervertretung seien nun die Fachkräfte am Ball, sich gemeinsam, im Team und auch einrichtungsübergreifend auf den Weg zu machen, in einer gemeinsamen Sprache miteinander zu kommunizieren und sich gegenseitig dabei zu unterstützen, das Ziel der Bildungsgerechtigkeit anzustreben. Dabei sollten die Fachkräfte von dem Ansatz der vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung profitieren. Die Kommune biete dazu eine gemeinsame Plattform für einen Austausch, für Inspirationen und Ansporn zum weiteren Handeln. Schließlich seien alle pädagogischen Fachkräfte Wegbegleiter und Brückenbauer einer inklusiven Kommune.

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