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19.10.2017

Gemeinderäte besuchen Hubschrauberstaffel der Polizei

Foto: Die Gemeinderäte mit dem Leiter der Hubschrauberstaffel, Michael Bantle, vor einem Hubschrauber. Foto: Kaier

Die Hubschrauberstaffel der Polizei leistet einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit der Bürger. Kürzlich stattete der Gemeinderat der Staffel am Flughafen einen Besuch ab.

Im vergangenen Jahr flogen die 28 Piloten der Hubschrauberstaffel der Polizei mit ihren sechs Helikoptern insgesamt 2.161 Einsätze und absolvierten dabei 3.218 Flugstunden. 693 Mal waren sie nachts unterwegs. „Glauben Sie mir bitte, wir fliegen nicht zum Vergnügen, sondern nur, wenn es wirklich sein muss“, versicherte Michael Bantle, der Leiter der Hubschrauberstaffel, den Gemeinderäten.

476 Mal waren die Hubschrauber im vergangenen Jahr unterwegs, um Straftäter aufzuspüren und zu verfolgen, in 23 Fällen führte der Einsatz zu Festnahmen. Die meisten Flüge werden allerdings gemacht, um vermisste Personen zu suchen. Im Jahr 2016 waren das 873 Einsätze. Darüber hinaus überwachen die Piloten der Hubschrauberstaffel auch Großveranstaltungen, sind bei größeren Unfällen im Einsatz oder unterstützen die Feuerwehren bei Großbränden. Sie werden angefordert, wenn irgendwo Schadstoffe in den Flüssen und Seen des Landes auftauchen oder sie suchen gezielt nach illegalen Cannabisplantagen. „Allein im vergangenen Jahr haben wir elf Cannabisanpflanzungen entdeckt“, erzählte Bantle.

Fünf der sechs neuen Airbus-Helikopter – das Land investierte im vergangenen Jahr 61 Millionen Euro in die neuen hochmodernen Fluggeräte – sind am Flughafen Stuttgart stationiert, einer steht in Söllingen. Als Grund dafür nennt Michael Bantle das Wetter. Die Polizeihubschrauber dürfen nämlich nur fliegen, wenn der Pilot etwas sieht, was gerade jetzt im Herbst, aber auch im Frühjahr nicht immer der Fall ist. „Bei schlechtem Wetter kommen wir manchmal einfach nicht über den Schwarzwald“, verweist Bantle auf die Vorgabe, dass jeder Punkt in Baden-Württemberg innerhalb von 30 Minuten mit einem Polizeihubschrauber erreichbar sein muss.

Einer der fünf am Flughafen stationierten Hubschrauber verfügt über eine mehr als eine Million Euro teure Spezialkamera. „Damit können wir ein Nummernschild aus bis zu zwei Kilometern Entfernung lesen“, schwärmte Bantle den Gemeinderäten vor. Doch damit nicht genug. Nachts kann die Kamera zur Wärmebildkamera umfunktioniert und der Suchscheinwerfer auf Infrarot umgestellt werden. Die Folge: Der Techniker am Computermonitor kann aus der Luft auch nachts alles erkennen: Autos, flüchtende Straftäter und vermisste Personen.

Um zu demonstrieren, wie gut das funktioniert, hatte der Chef der Hubschrauberstaffel einen Videoclip vorbereitet: Ein Helikopter verfolgt mitten in der Nacht ein Auto, das abenteuerlich flüchtet, andere Verkehrsteilnehmer gefährdet, Polizeiautos rammt und aus dem am Schluss die Straftäter vergeblich versuchen, zu Fuß zu flüchten. „Wir waren anfangs selbst überrascht, was die Kamera alles kann“, sagte Bantle. Dies sei auch der Grund, weshalb die Helikopter immer öfter nachts unterwegs seien.

Gefragt, wie jemand Pilot bei der Polizei werden kann, verwies Bantle auf ein anspruchsvolles Auswahlverfahren. Die wichtigste Voraussetzung: Die Interessenten müssen vorher schon bei der Polizei gewesen sein. „Wir bilden nur Polizisten zu Hubschrauberpiloten aus“, erläuterte Bantle. Dafür und für die ständigen Fortbildungen hat die Staffel drei eigene Fluglehrer im Haus. Auch die regelmäßigen Wartungen der Hubschrauber macht die Polizei selbst.

Erster Bürgermeister Rainer Lechner bedankte sich am Ende des Besuchs bei Michael Bantle und seinem Team für deren Engagement. „Alles zeigt, welch gute und wichtige Arbeit Sie für die Bürger machen“, sagte Lechner und bat gleichzeitig um mehr Verständnis, falls sich einmal jemand von dem Lärm eines Polizeihubschraubers gestört fühlen sollte.

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