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Hartmut Landauer, spirit

Gegenstand und Artefakt

vom 09. Juli bis 19. September 2017

"Manche Gegenstände werden zu Lebensbegleitern mit erheblicher Symbolkraft: Sie stehen stellvertretend für Personen und Gedanken, für Erlebtes, für Geschichte und Zeit. Dinge werden zu Mythen in einem eigenen Kosmos. Der Mensch will die Dinge beseelt wissen und begreift sie als ausgelagerte Erweiterungen seines Geistes." (H.L.)

Hartmut Landauer, ´kumade I´, 2016

Hartmut Landauer, "kumade I", 2016

Aus seiner ethnografischen Sammlung zeitgenössischer Alltagsgegenstände aus aller Welt zeigte der Hartmut Landauer favourite things und stellte sie seinen neuesten skulpturalen Objekten, Intarsiencollagen und Wandobjekten assoziationsreich zur Seite. Im oberen Galerieteil sahen Sie Fotografien der in Tokio entstandenen Serie tokyomorphosis.

Sommer, Sonne, Klappstühle und Gartenschläuche ... Die herrlich unkonventionellen Kunstobjekte des Stuttgarter Künstlers machen einfach Spaß – wenn man sich darauf einlässt und seine Assoziationen fließen lässt.

Zu sehen waren großformatige Bodenarbeiten und hängende Objekte aus der Serie heliotropes: Transformierte Wesen an der Schnittstelle von Skulptur, Design und Architektur, die aus Versatzstücken ausgedienter Metallgegenstände collagiert sind. Dazu delikate Papierintarsien aus Schallplattencovern debris und aus Bucheinbänden zusammengesetzte großformatige Wandarbeiten terra sowie klapp- und faltbare, kokonartige Wandobjekte transition codex. Diese Kunstobjekte wurden der Sammlung des Künstlers von Alltagsgegenständen mit besonderer Ausstrahlung, seinen Lieblingsobjekten aus aller Welt gegenüber gestellt: Tütentaschen aus Getreidesäcken, Voodoo-Pülverchen, allerlei kreative Flickungen und Improvisationen, kunsthandwerklich Profanes und Besonderes, Besen, Bürsten und Rechen aller Sorten und Größen und viele andere Souvenirs aus seiner ganz persönlichen Dinge-Sammlung.
Die Begegnung dieser „Gegenstände“ mit den „Artefakten“ Landauers ermöglichte inspirierende Verknüpfungen und Einblicke in die Arbeitsweise des Künstlers und seiner Sichtweise auf die Welt. Die Wand- und Bodenobjekte stellten Fragen nach dem Raumbegriff. Sie traten in Beziehung mit dem umgebenden Raum, umrissen selbst Raum im Raum, waren Miniaturarchitekturen und stellten Raumachsen her.

 

Hartmut Landauer

2016 Zweimonatiges Stipendium Künstlerdorf Schöppingen

2015 Dreimonatiger Aufenthalt in Tokio

2012 Förderung des ifa für das Projekt transition zone / mundos entre medio (mit Menja Stevenson), Centro Cultural Metropolitano, Quito, Ecuador

2003-08 Aufenthalt in Cádiz, Spanien

2001 Dreimonatiger Arbeitsaufenthalt in Quito, Ecuador

1998-01 Dreijähriges Atelierstipendium des Landkreises Esslingen

1995 artist in residence an der Johannesburg Art Foundation, Johannesburg, Südafrika

1994 Viermonatiger Arbeitsaufenthalt in Mexiko-Stadt

1990-95 Studium der freien Malerei an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart

1974-79 Aufenthalt in Quito, Ecuador

1966 Geboren in Gemmrigheim, Deutschland