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Martina Poll


Mitglied seit: 09.01.2008
Wohnort: Scharnhauser Park


geschrieben: 16.08.2018 11:50 Uhr
Betreff: Gibt es ein ökologisches Konzept?


Wer zur Zeit im Scharnhauser Park spazieren geht, kann es nicht übersehen: Verdorrte, kurz gemähte Wiesen. In einer Zeit, in der diese Wiesen für allerlei Insekten ein breit gefächertes Nahrungsangebot bieten könnten, überrascht diese tote Ödnis dann doch. Man fragt sich, welche Strategie von der Stadt verfolgt wird, um vielleicht einen Beitrag im Kampf gegen den neuerdings vielfach beklagten Artenschwund und das nicht mehr zu übersehende Insektensterben zu leisten.
https://www.l-iz.de/bildung/buecher/2018/07/Das-grosse-Insektensterben-und-die-lange-Vorgeschichte-von-Ignoranz-und-Lobby-Politik-226555
Aber ist das bei der Stadt überhaupt ein Thema? Gibt es überhaupt eine Strategie?
Und wenn ja, wie lässt sich diese mit dem regelmäßigen Güllen der Wiesen vereinbaren?
Es würde mich freuen, wenn ich zu diesem Thema einmal von den Zuständigen der Stadt etwas hören würde. Es ist ihnen ja sicher nicht verboten, sich aktiv in dieses Forum einzubringen. Leider kommt von den Grünen zu diesem Thema auch so gut wie nichts.


Ingo Maetz


Mitglied seit: 25.04.2014
Wohnort: Kemnat


geschrieben: 16.08.2018 12:42 Uhr
Betreff: Re: Gibt es ein ökologisches Konzept?


Apropo GÜLLE soweit ich weis ist das Ausbringen von Gülle auf die Größe der bewirtschafteten Landfläche eines Bauern begrenzt. Die durchschnittliche Güllemenge pro Mastplatz beträgt 1,43 m³ im Jahr. Es ist also leicht auszurechnen, ob die Mäster sich an die Regeln halten. Wird das in Ostfildern überhaupt geprüft?


Martina Poll


Mitglied seit: 09.01.2008
Wohnort: Scharnhauser Park


geschrieben: 21.08.2018 10:25 Uhr
Betreff: Re: Gibt es ein ökologisches Konzept?


Keine Antwort von Seiten der Stadt ist auch eine Antwort. Super Forum - für Selbstgespräche der Bürger gemacht.


Kathrin Wiem


Mitglied seit: 17.01.2010
Wohnort: Parksiedlung


geschrieben: 23.08.2018 7:44 Uhr
Betreff: Re: Gibt es ein ökologisches Konzept?


Liebe Frau Poll,
da sind Sie nicht allein. Ich glaube nicht, dass es ein ökologisches Konzept bezüglich der Wiesen gibt aber noch schlimmer finde ich, dass es kein Konzept bezüglich des ausufernden Müllproblems gibt und dass Ratten auf einem Kinderspielplatz anscheinend auch kein Problem sind. Als schreibende Bürgerin hoffe ich jedoch, dass es mal jemand liest, der in unserer Stadt etwas bewirken kann, ob er nun antwortet oder nicht.


Martina Poll


Mitglied seit: 09.01.2008
Wohnort: Scharnhauser Park


geschrieben: 23.08.2018 21:38 Uhr
Betreff: Re: Gibt es ein ökologisches Konzept?


Hallo Frau Wiem,
ja, leider werden auch andere Foristen, die ihre Anliegen hier äußern, mehr oder weniger ignoriert. Für eine Stadt, die mit dem Slogan "Stadt der Ideen und des offenen Miteinanders wirbt", schon sonderbar.
Auch ich habe festgestellt, dass der Müll im Schapa in letzter Zeit überhand nimmt. Ob das Problem mit mehr Mülltonnen lösbar ist, halte ich für fraglich, da die Mülltonnen gerne zur Entsorgung des privaten Hausmülls genutzt werden.
Besser wäre es, beim Verursacher anzusetzen. Da es häufig die Hinterlassenschaften feiernder Jugendliche sind, wäre es zunächst ein Thema für das Elternhaus. In einem gewissen Alter schwindet allerdings der Einfluss der Eltern, weshalb man vor allem in den Schulen ansetzen müsste. Ich könnte mir z. B. eine jährliche "Schapa-Putzete" der Schule im Park vorstellen, um das Bewusstsein der Schüler zu sensibilisieren. Ob so etwas bei den Schulen und Eltern Zustimmung fände, ist natürlich die Frage.
Was die Ratten betrifft: Sind Sie sicher, dass es Ratten sind? Es gibt im Schapa Unmengen von Mäusen - Ratten habe ich noch keine gesehen, aber das ist natürlich nicht ausgeschlossen wegen des Mülls. Ich hoffe nur, dass die Stadt nicht auf die Idee kommt, Gift einzusetzen. Denn es wird m. E. auch mit Unkrautvernichtungsmittel auf dem Spielplatz In den Holzwiesen gearbeitet, um die Rosen unkrautfrei zu halten. Egal, ob gegen Ratten oder Unkraut - Gift hat auf Spielplätzen nichts verloren.....


Moderator


Mitglied seit: 01.01.1970
Wohnort:


geschrieben: 24.08.2018 8:45 Uhr
Betreff: Re: Gibt es ein ökologisches Konzept?


Sehr geehrte Frau Poll,

besten Dank für Ihren Eintrag im Forum.

Zuerst muss ich klarstellen, dass die von Ihnen angesprochenen Grünflächen nicht im Eigentum der Stadt Ostfildern stehen, sondern Wirtschaftsflächen für Ostfilderner Landwirte sind. Die Wirtschaftdüngerausbringung, auch auf diesen Flächen, ist für die Landwirte in der Düngeverordnung in ihrer geltenden Fassung vom Juli 2017 exakt geregelt. Das Kontrollorgan hierfür ist das Landwirtschaftsamt beim Landkreis.

Wirtschaftswiesen sind Flächen der Raufuttergewinnung für Rinder, Schafe, Pferde etc. und werden aus diesem Grund meist zweimal jährlich gemäht. Sofern es die Witterung zulässt. Dabei wird eine Witterung wie die, die uns seit gut sechs Wochen begleitet immer einen braunen, zurückgetrockneten Aspekt hinterlassen und nun einen zweiten Schnitt verhindern.
Darunter leiden zuvörderst die Tiere durch Futterknappheit und deren Halter.

Ihre Frage nach der städtischen Konzeption gegen das Insektensterben kann wie folgt beantwortet werden.
Die Stadt wendet keine synthetischen Pflanzenschutzmittel an. Seit zwei Jahren haben wir Blühstreifen in den Ackerländer Scharhausens angelegt. Seit diesem Jahr haben wir größere Rasenflächen mit Buntem Saum neu eingesät. Dazu kommt ausschließlich gebietsheimisches Saatgut zum Einsatz das ausgesprochen Insekten fördernd ist.
Darüber hinaus variieren wir seit zwei Jahren unsere Wiesenschnittzeitpunkte um einem breiteren Wiesenspektrum bessere Entwicklungschancen zu ermöglichen. Dabei kann es auch vorkommen, dass auch längere überständige Bestände anzutreffen sind. Diese dienen über ihre Samenstände ebenfalls der Diversität, so wie die Blütenaspekte auch.

Hier wünschen wir uns alle doch zuerst einmal wieder richtig ausreichend Regen, denn sonst brauchen wir über manches nicht mehr reden.


Mit freundlichen Grüßen

Markus Müller
Freiflächenmanagement, Grünflächen



Kathrin Wiem


Mitglied seit: 17.01.2010
Wohnort: Parksiedlung


geschrieben: 25.08.2018 21:38 Uhr
Betreff: Re: Gibt es ein ökologisches Konzept?


Hallo, liebe Frau Poll,
aber ja, natürlich sind es Ratten, ich sehe sie öfters am hellen Tag herumspringen. Unter den Hecken am Rand der Parksiedlung (Vonovia-Siedlung)kann man die Tiere beobachten und man sieht das auch an den Löchern, die sind viel größer als Mauselöcher. Also Mäuse und Ratten kann ich gut unterscheiden. Alle 2 Wochen, wenn die Gelben Säcke draußen stehen, ist Party für die Ratten. Wenn ich abends den Hund rausführe, sehe ich sie. Die Säcke stinken herrlich, weil reichlich Essensreste in den Verpackungen verblieben sind.Das kann auf Dauer nicht gut gehen. Des Weiteren haben wir in der Parksiedlung Mitmenschen, die Essensreste absichtlich auf den Boden unter Bäume werfen, um welche Tiere auch immer zu füttern. Diese Menschen sind mit keinem noch so logischen Argument in ihrer falsch verstandenen "Tierliebe" zu bremsen.. Durch Müll und Essensreste vermehren sich nicht nur Ratten, auch Krähen haben stark zugenommen, beides minimiert Singvögel.
Jährliche "Putzete" bringt überhaupt nichts, das hatten wir schon vor etlichen Jahren. An diesen Aktionen beteiligen sich hauptsächlich Leute, die sowieso nie Müll in die Gegend werfen würden. Nein, es helfen nur Zivilkontrollen und damit verbundene Geldstrafen, die so hoch sind, das es richtig weh tut. Müll wegwerfen muss 10 mal so teuer sein wie bei Rot über die Ampel fahren und man muss erwischt werden können, dann wird es bald aufhören. Appelle an die Vernunft können Sie vergessen, das war früher mal.
Rattenlöcher sind reichlich zu finden beim Stromkästchen an der Ampelanlage zur Stadtbahnhaltestelle Parksiedlung, unter besagten Hecken, unter und an dem Holzsteg auf dem Kinderspielplatz Baumhain im Scharnhauser Park, und auch in den Holzwiesen am Fußweg etwa auf der Höhe des Blockheizkraftwerks.
Die Vonovia-Siedlung hat Stromschlagfallen rings um ihre Häuserblocks schon seit Jahren, was wenig nützen dürfte, denn Ratten lernen schnell,dass die gefährlich für sie sind und gehen sicher nicht in großer Zahl da rein.


Martina Poll


Mitglied seit: 09.01.2008
Wohnort: Scharnhauser Park


geschrieben: 03.09.2018 18:27 Uhr
Betreff: Re: Gibt es ein ökologisches Konzept?


Lieber Herr Müller,
herzlichen Dank für Ihre ausführliche Antwort.
Sie schreiben, dass es sich bei den angesprochenen Flächen um Wirtschaftsflächen der Landwirte handelt. Das mag vielleicht sogar für einen Großteil der Flächen - aber sicher längst nicht alle - gelten. Und es geht mir auch nicht ausschließlich um das Einbringen von Gülle auf den Flächen.
So wird beispielsweise die Landschaftstreppe im Wochenrhythmus - ohne Rücksicht auf blühende Wildblumen, die Insekten als Nahrungsangebot dienen -, vom Frühling bis in den Herbst niedergemäht. Dasselbe findet statt in den Regenwasserrückhaltebecken und den Parkplatzumrandungen beispielsweise in den Holzwiesen.
Es ist schön, wenn die Stadt Blühstreifen in Scharnhausen anlegt, aber meine Frage zielte ja auf das ökologische Konzept im Scharnhauser Park, in dem ich nun mal lebe und der sicher ein großes Potential für Biodiversität hat. Abgesehen von der ökologischen Oberflächenentwässerung und der Energieversorgung konnte ich hierzu jedoch nichts finden. http://www.seg-ostfildern.de/downloads/abschlussdokumentation-scharnhauser-park.pdf
Blühstreifen - z. B. auf der Verkehrsinsel im Kreisverkehr, der Landschaftstreppe, den Grünstreifen an den Parkbuchten - wären schon mal ein Anfang.
Viele Städte fördern beispielsweise auch die Fassadenbegründung an Gebäuden und fungieren dabei auch als Vorbild bei städtischen Gebäuden.
Geregnet hat es ja inzwischen ausgiebig.....


Ingo Maetz


Mitglied seit: 25.04.2014
Wohnort: Kemnat


geschrieben: 06.09.2018 16:57 Uhr
Betreff: Re: Gibt es ein ökologisches Konzept?


An den Moderator,
ich habe nach der Gülle gefragt, gibs da auch eine Antwort?


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