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10.11.2017

Erste interkulturelle Wochen in der Stadtbücherei

Illustration: Eine bunte Weltkarte. Illustration: Bücherei

Vom 10. bis 25. November finden erstmals in der Stadtbücherei interkulturelle Wochen statt. Mit der Volkshochschule und der Bürgerstiftung wurde ein Veranstaltungsprogramm organisiert.

Viele Menschen auf der Welt verlassen ihre Heimatländer, um Schutz und Unterstützung in Europa zu suchen. Dabei ist es neben der Aufnahme der Flüchtlinge auch wichtig, Orte zu haben, die Informationen über andere Gesellschaften, Religionen und die Ursachen der Wanderbewegung bieten. Dort, wo es möglich ist Menschen aus anderen Kulturen zu begegnen, gelingt es, gegenseitiges Verständnis zu entwickeln.

Auf dieser Grundlage ist in der Stadtbücherei in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule und der Unterstützung der Bürgerstiftung ein buntes und spannendes Veranstaltungsprogramm für die ersten interkulturellen Wochen in der Stadt entstanden.

Den Auftakt der Veranstaltungsreihe macht am Freitag, 10. November, Michael Blume. Der Religionswissenschaftler ist zuständig für nichtchristliche Religionen und Minderheiten in Baden-Württemberg. Bei einer Lesung aus seinem Buch „Islam in der Krise“ geht Blume ab 20 Uhr dem unterschiedlichen Verständnis von Religion und Staat in den christlichen und islamisch geprägten Gesellschaften auf den Grund. Er benennt die innerislamischen Gründe, die die einstige Hochkultur in Krisen und Kriege stürzen lassen und will damit Chancen zu neuen Lösungswegen eröffnen. Die „Living Library“, eine lebendige Bibliothek, bietet am Samstag, 18. November, von 12 bis 14 Uhr die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme zu Menschen mit Migrationshintergrund. Sie kommen aus Afrika, Frankreich, Polen und der Türkei, stehen für Gespräche zur Verfügung und erzählen von ihrer Herkunft, ihrem kulturellen und sozialen Umfeld, ihren Lebensumständen und ihrer Ankunft in Deutschland.

Auch bei einer Premierenlesung am Mittwoch, 22. November, zu einem Bilderbuch mit Sprach- und Fingerspielen aus aller Welt, für das Mütter aus unterschiedlichen Ländern Spiele zusammengetragen haben, können andere Kulturen erfahren und erlebt werden. Die Veranstaltung beginnt um 15.30 Uhr.

Ein weiterer Höhepunkt ist eine Lesung mit Hassan Ali Djan am Freitag, 17. November. Er liest von 20 Uhr an aus seinem autobiografischen Buch „Afghanistan. München. Ich: Meine Flucht in ein besseres Leben“ und berichtet, wie er es geschafft hat, in Deutschland heimisch zu werden. Bei seiner Ankunft im Land besaß er keinerlei Deutschkenntnisse und war Analphabet. Mittlerweile hat er die mittlere Reife, eine abgeschlossene Lehre, eine eigene Wohnung und eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung.

Für Kinder gibt es während der interkulturellen Wochen mehrsprachige Vorlesestunden, einen Nachmittag für Flüchtlingskinder mit ihren Eltern in der Stadtbücherei sowie Märchen und Erzählungen der Nomaden aus dem Maghreb mit Charles Aceval, der von seiner Großmutter aus Algerien die Geschichten mündlich überliefert bekam.

Weitere Informationen und das vollständige Veranstaltungsprogramm der interkulturellen Wochen gibt es im Programmheft und auf der Homepage Link öffnet neues Fensterwww.stadtbuecherei-ostfildern.de.

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