Logo

http://www.ostfildern.de/Das+Stadtarchiv+pr%C3%A4sentiert+sein+druckfrisches+Buch+.html

7.11.2011

Das Stadtarchiv präsentiert sein druckfrisches Buch

Die beiden früheren Aufsatzbände „Aus der Geschichte Ostfilderns“ haben sich als weihnachtliche Verkaufsrenner erwiesen. Vieles deutet darauf hin, dass dies nun beim dritten Band dieser Art genauso sein wird: Er besteht wiederum aus einer abwechslungsreichen und spannenden Mischung von historischen Themen aus den Stadtteilen.

Die VHS-Projektgruppe „Geschichte vor Ort“ hat die Geschichte der medizinischen Versorgung in ganz Ostfildern erforscht. Damit entsteht erstmals ein umfassender Überblick über die verschiedenen Aspekte des lokalen Heilens und Pflegens in früheren Zeiten.

Gunda Duppel hat in einem gesonderten Aufsatz die Totenregister statistisch erfasst und dabei die Todesursachen und das Sterbealter in Nellingen zwischen 1780 und 1899 dokumentiert. Viele Kinder starben an „Gichtern“, aber es wurden auch viele Nellinger recht alt.

Dr. Hans W. Smettan hat seltene Quellen zur Naturgeschichte auf den Fildern aus dem 18. Jahrhundert ausgewertet. Gelehrte haben schon damals Flora und Fauna beschrieben. Wussten Sie, dass die Malaria noch bis ins 19. Jh. auf den Fildern anzutreffen war?

Über die Straßen des 19. Jahrhunderts in Scharnhausen berichtet Werner Maier. Ihr Bau und Unterhalt verlangten von den Gemeinden große Anstrengungen. Dennoch erwies sich der Straßen­zustand im bäuerlichen Scharnhausen als nicht immer zufrieden­stellend.

Kemnat besaß im Gebäude Hauptstraße 16 eine der frühen Gemischtwarenhandlungen auf den Fildern. In den Nachlass-Akten des Stadtarchivs ist der gesamte Warenbestand des Jahres 1872 dokumentiert. Was zu welchem Preis vorhanden war, ist nun im Buch aufgelistet.

Alltagsleben ist auch in der Beschreibung der „Volkstümlichkeiten der Einwohner in Nellingen“ dargestellt, die ein Nellinger Hilfslehrer im Jahr 1900 verfasst hat. Er beschreibt unter anderem die Bräuche, die Wohnungseinrichtung oder die Essensgewohnheiten: Zum Nachtessen gab es damals Milch, Kartoffeln und Kaffee. 

Der Waldheimverein Ruit feiert 2012 sein hundertjähriges Bestehen. Aus diesem Grund haben Jochen Bender und Mathias Sendelbach die Geschichte dieses Traditionsvereins ausführlich beleuchtet. Mit viel Idealismus kämpften die Mitglieder gegen mancherlei Schwierigkeiten der ersten Jahrzehnte. Dem Verbot durch die Nationalsozialisten 1933 waren sie jedoch machtlos ausgeliefert.

Das Tagebuch des niederländischen Zwangsarbeiters Jan de Mik, der von 1943 bis 1945 in Ruit wohnte, bildet einen weiteren Mosaikstein zur Geschichte des Nationalsozialismus in Ostfildern. Davon ausgehend erläutert Jochen Bender die allgemeine Geschichte der Zwangsarbeit in Ostfildern.

Jörg Kirschner thematisiert das fast in Vergessenheit geratene allerletzte Kapitel der Straßenbahn END: Nach deren Stilllegung 1978 gab es eine Initiative, die ein Straßenbahnmuseum und eine Museumsstrecke von Nellingen nach Neuhausen errichten wollte. Das Projekt scheiterte jedoch und ist inzwischen selbst Geschichte.

Das 256-seitige, farbig gedruckte Buch ist für 15,80 Euro im Ostfilderner Buch- und Schreibwarenhandel sowie im Stadtarchiv zu haben.

Zurück zur Übersicht