
http://www.ostfildern.de/Das+Ikeros_Jugendb%C3%BCro+feierte+seinen+vierten+Geburtstag-p-7532.html
Als Geschenk überbrachte die Bundestagsabgeordnete Karin Roth die Zusage, dass das Projekt für weitere drei Jahre gefördert wird. Vor vier Jahren wurde am Herzog-Philipp-Platz in der Parksiedlung das Ikeros-Jugendbüro eröffnet. Mit Hilfe einer Förderung aus dem Bundesprogramm Xenos entwickelte sich dort eine Anlaufstelle, in der sich junge Menschen aus Ostfildern Rat und Unterstützung in allen Fragen der Berufswahl und der Ausbildung, bei der Lehrstellensuche oder bei Bewerbungen holen können. 775 Jugendliche wurden in den vergangenen vier Jahren beraten, dazu kamen fast 200 Beratungen für Eltern. Katrin Kampermann, die Leiterin des Jugendbüros, erzählte, dass bei weitem nicht nur Menschen mit Migrationshintergrund die Beratungen in Anspruch nähmen. „Auch viele deutschstämmige Eltern kennen das Schulsystem und die Situation auf dem Ausbildungsmarkt nicht“, betonte sie.
Kampermann und die Mitarbeiter Ulrich Graneis, Susanne Goldhammer, Emanuel Eberlein und Ayse Güler stellten Kontakte zwischen der Lokalpolitik, der Wirtschaft, den Schulen und den sozialen Einrichtungen in der Stadt her und bauten ein Ausbildungs-Netzwerk für die Jugendlichen in der Stadt auf. Zudem ist das Jugendbüro Teil des regionalen Jugendberufshilfe-Projekts „Leben in Würde - Liwing“, das der Kreisjugendring Esslingen gemeinsam mit weiteren Trägern der Jugendarbeit und der Jugendberufshilfe auf die Beine stellte.
Am vergangenen Freitag hatte das Ikeros-Jugendbüro seine Kooperationspartner, Eltern und Jugendliche zu einer Geburtstagsfeier in die Aula der Lindenschule in der Parksiedlung eingeladen. Unter den etwa 80 Gästen war auch die Esslinger Bundestagsabgeordnete Karin Roth, die ein dickes Geburtstagspräsent im Gepäck hatte.
Roth hatte sich beim Bundesarbeitsministerium dafür eingesetzt, dass weitere Fördermittel aus dem Xenos-Programm „Integration und Vielfalt“ in die Region fließen und überbrachte die gute Nachricht, dass der Jugendhilfeverbund „Liwing“ 2,2 Millionen Euro vom Bund erhalten wird. Für das Jugendbüro in Ostfildern bedeutet dies eine Förderung in Höhe von 715 000 Euro für die kommenden drei Jahre.
„Es ist die Aufgabe der Politik dafür zu sorgen, dass alle Jugendlichen die gleiche Chance haben, dass ihre Potenziale erkannt, unterstützt und gefördert werden“, sagte Roth. Mit der Förderzusage könnten die Rahmenbedingungen für die Verbesserung der Lebenschancen für junge Menschen deutlich verbessert werden, war sie überzeugt und rief dazu auf, das Fördergeld dafür zu nutzen, dass noch viel mehr als 775 Jugendliche für Beratungen erreicht werden. „Vergessen wir nicht, hinter all den Zahlen stecken Menschen.“
Die Mitarbeiter des Jugendbüros, Jugendliche und auch die Vertreter des Trägers feierten den Geburtstag gebührend. Dieter Pahlke, der Vorsitzende des Kreisjugendrings Esslingen, würdigte das Jugendbüro als erfolgreiches Projekt, bei dem zwar viele Mütter und Väter an den Schrauben gedreht hätten, die Mitarbeiter jedoch eine entscheidende Rolle für das Gelingen gespielt hätten. „Die Chancen, die die Förderung bietet, wurden hervorragend genutzt“, lobte Pahlke. Das Thema Integration in das Berufsleben sei in Ostfildern in ein funktionierendes Konzept eingebettet worden, das nicht nur Jugendlichen Beratung und Begleitung biete, sondern auch in der regionalen Wirtschaft und in der Stadt Ostfildern vernetzt sei.
Einige der Jugendlichen, die in den vergangenen vier Jahren von den Mitarbeitern des Jugendbüros beraten oder begleitet worden waren, bedankten sich mit einer Präsentation erstaunlicher Fertigkeiten. So zeigte die Akrobatik-Formation Russian Parcour waghalsige Sprünge und Salti, das Jugendfilm-Team Prototype D präsentierte einen selbst produzierten Kurzfilm über das Jugendbüro, und die Jugendlichen Patrizia Okon und Mahmoud Khatoun traten als charmantes Moderatoren-Duo auf die große Bühne. „Die Jugendlichen zeigten, dass man Hindernisse überwinden kann“, kommentierte Pahlke die Auftritte erfreut.