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Camill Leberer und Alf Löhr, "fremd sein"

Vom 25. Januar bis 21. April 2015

in der Städtischen Galerie:

Camill Leberer und Alf Löhr

“fremd sein”

Beispiel von Interpretationen der Stoffe von einer Tänzerin 3 (Priya Bahri als geschnittenes video leider erst später lieferbar)                                                Varanasi 1 Eisen,Farbe,strukturierte Gläser beidseitig bemal

Seit ihrer Studienzeit verbindet Alf Löhr und Camill Leberer eine tiefe Freundschaft, die sie über die Jahre hinweg gepflegt und erhalten haben. Parallel zueinander haben sie ihre jeweilige künstlerische Handschrift entwickelt – der eine in Stuttgart (unter anderem in einer Einzelausstellung im Kunstmuseum Stuttgart), der andere seit nunmehr fast 30 Jahren in seiner Wahlheimat London.

„Fremd sein“ so der Ausstellungstitel. Wer kennt dieses Gefühl nicht? Populär ist es jedoch nicht. „In sein“ ist angesagt, bekannt zu sein, wiedererkannt zu werden, im Mainstream mit zu schwimmen, jedenfalls nicht durch „fremd sein“ aufzufallen. Zu viel Fremdes verunsichert, macht Angst. Abschottung ist eine mögliche Konsequenz, derzeit spürbar in verschiedenen Radikalisierungstendenzen.

Zu verstehen, dass die eigene Identität in erheblichem Maße von neuen, und somit auch immer von fremden Einflüssen, sowie ihrer Verarbeitung und Einbettung in das Selbst geprägt wird, erfordert eine bewusste Auseinandersetzung mit dem „Fremden“, aber auch die Bewusstwerdung der eigenen Perspektive.

Alf Löhr und Camill Leberer suchen gezielt diese Auseinandersetzung. Sie beziehen künstlerische und schöpferische Impulse aus der Begegnung mit Fremdem, sei es durch Reisen in nahe und ferne Länder, den gezielten und lenkenden Dialog miteinander oder durch reflexive Introspektion.

Diesen Prozess wollen sie in der Ausstellung anschaulich machen und auch in anderen anstoßen, ohne ihnen jedoch einen spezifischen Pfad vorzugeben.

In ihrer künstlerischen Positionen gehen die beiden dabei unterschiedliche Wege:

Camill Leberer schichtet in seinen Wandarbeiten auf polierten Stahlflächen gezielt schraffierte Bereiche und kontrastreiche, meist geometrisch angelegte Lackflächen zu Raumillusionen – Grenzgänger zwi-schen Skulptur und Malerei, bei aller Glätte voller Emotionalität.

Die großformatige, farbenfrohe Malerei des „colour cat-chers“ Alf Löhrs besticht auf den ersten Blick durch ihren Farb- und Formenreichtum, der unmittelbare Sinnlichkeit ausstrahlt. Unterschiedliche Trägermaterialien wie Papier, Stoff oder übermalte Fotos halten Momente der Irritation und Zeitlosigkeit bereit.

 

Öffnungszeiten

Di, Do 15 – 19 Uhr; Sa 10 – 12 Uhr; So 15 – 18 Uhr

Sonderöffnung: Ostermontag, 6.4. von 15 – 18 Uhr

An Feiertagen geschlossen

 

Camill Leberer

Geboren 1953 in Kenzingen / Breisgau

1978-84 Studium der Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart

1984 Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg

1985 Preisträger des Forums Junger Kunst

1987-88 Dozent für Bildhauerei an der Fachhochschule für Gestaltung Pforzheim

1988 Stipendium der Villa Massimo, Rom, Italien

1991 Förderpreis der Stadt Stuttgart

1991-92 Gastprofessur an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart

2008 Peter-Hans-Hofschneider-Preis der Kunststiftung Baden Württemberg

2011 Artist in residence, Sanskriti foundation, Neu-Dehli, Indien

Camill Leberer lebt und arbeitet in Stuttgart

 

Alf Löhr

 

Geboren 1957 in Bochum

1985-88 Ph. D. Royal College of Art, London

1979-83 MA Kunstakademie Düsseldorf

1980 School of Fine Art, Kyoto, Japan

1979-82 Heinrich-Heine Universität Düsseldorf

1977-78 Kunstakademie, Düsseldorf Abt. Münster

1983-85 Studienstiftung des deutschen Volkes

1985 Heinrich Hertz Stiftung, Ministery of Cultural Affairs

1986 British Council Fellowship, London.

1987 D.A.A.D. German Academic Exchange Service

1992 Kaiserringstipendium, Museum für moderne Kunst

1996 Senior Fellow, University of Wales Institute of Cardiff

2003 Kunstfonds, Bonn, Arbeitsstipendium

Alf Löhr lebt und arbeitet in London.