Brand auf einem Bauernhof simuliert
Eine knifflige Aufgabe hatte sich Friedhelm Müller für die Hauptübung der Feuerwehr Ostfildern ausgedacht. In einer Halle des Aussiedlerhofs Gröber war ein Feuer ausgebrochen.
Die Schwierigkeit der diesjährigen Hauptübung der Feuerwehr Ostfildern lag darin, dass das Löschwasser aus rund einem Kilometer Entfernung bis zur Halle gepumpt werden musste. Das brachte die Feuerwehrleute bei hochsommerlichen Temperaturen ins Schwitzen. Die ersten Einsatzkräfte waren nach der Alarmierung schnell vor Ort und begannen, den angenommenen Brand zu löschen. Um das Feuer effektiv zu bekämpfen, mussten Schläuche vom Scharnhauser Park und aus Scharnhausen bis an die Halle verlegt werden. Auch um die Gebäude in der Umgebung vor der Hitze zu schützen, benötigte die Feuerwehr viel Wasser, durch die Lage des Hofs konnte sie jedoch nicht auf Hydranten in der näheren Umgebung zurückgreifen. Gleichzeitig musste sich die Feuerwehr auch noch um einen „verletzten“ Arbeiter kümmern, der aber schnell versorgt und gerettet war. Während sich der Hof immer weiter mit Fahrzeugen füllte, begannen weitere Einsatzkräfte, Schläuche zu verlegen und Pumpen aufzustellen, um das benötigte Löschwasser bis zum Aussiedlerhof zu pumpen.
Alle vier Abteilungen der Ostfilderner Wehr kamen bei der Übung zum Einsatz, unterstützt wurden sie vom Schlauchwagen der Feuerwehr Denkendorf. „Wir haben das noch nie probiert und wollten testen, wie lange der Aufbau braucht“, erklärte Stadtkommandant und Einsatzleiter Gerhard Hanekamm. Mit dem Ergebnis zeigte er sich sehr zufrieden. „Es hat zwar seine Zeit gedauert, bis die Schlauchleitung von Scharnhausen zur Halle lag, aber deshalb haben wir uns bewusst für dieses Objekt entschieden.“ Immerhin hätten die Einsatzkräfte bisher nur die Variante geübt, bei der das Wasser aus Nellingen bis zu den Höfen gepumpt wird.
Obwohl es einige Zeit gedauert hatte, bis genügend Wasser an der Halle ankam, zog Friedhelm Müller ebenfalls ein positives Fazit. „Natürlich gibt es noch Entwicklungspotential, aber es hat geklappt, 4.000 Liter Wasser in der Minute zur brennenden Halle zu fördern“, sagte er. Das sei „eine echte Materialschlacht, aber bestimmt nicht unnötig“ gewesen. Schließlich mussten nicht nur die Strahlrohre rund um die Halle mit Wasser versorgt werden. Ebenfalls im Einsatz war die Drehleiter der Abteilung Ruit, um den Brand von oben zu bekämpfen. Bei der Übung sollte nicht nur der Aufbau einer langen Löschwasserversorgung getestet werden, sondern auch das Vorgehen bei einem Großbrand auf einem landwirtschaftlichen Anwesen.
„Wir wissen die Arbeit der Feuerwehr zu schätzen“, betonte Oberbürgermeister Christof Bolay, der sich wie viele Bürger selbst ein Bild von der Übung machte. „Die Übung hat bewiesen, dass die Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen und mit anderen Organisationen sehr gut klappt und so sicher auch im Einsatzfall funktioniert“, sagte er. In die Übung waren auch das Deutsche Rote Kreuz Ostfildern und das Technische Hilfswerk Ostfildern eingebunden.
