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Götz Eberspächer


Mitglied seit: 20.01.2018
Wohnort: Ostfildern Nellingen


geschrieben: 22.01.2018 16:19 Uhr
Betreff: Baugebiet Nellingen West


Zukünftiges Baugebiet Nellingen-West für uns i.d. Ernst-Kirchner Str.36/46 u. Anwohner eigentlich Süd. Filderboden, bestes Agrarland Europas, wurde und wird i.den Schulen bei gebracht und kam sogar 2017 wieder in SWR. Aktuell bin ich wieder mal, zum Glück nicht alleine wie man sieht,sauer auf die Ostfilderner Stadtverwaltung, OB Bolay und Gemeinderat. Las i.d. Stuttgarter Zeitung 20./21.1., dass Wettbewerbsarbeiten dazu dieses Wochenende im Scharnhauser Park ausgestellt werden und vom 24.1. -7.2. im techn. Rathaus Ostfildern-Ruit. Dass es Baugebiet wird hat der Landwirt, der es lieber verkauft ggf. mit zu verantworten, Wohnungen sind sehr rar. Seh ich teils ein, auch sind für die Baubranche u.das Handwerk Arbeitsplätze in Aussicht. Dass aber einfach geplant wird und wir Bürger, die nebendran wohnen nicht mit einbezogen werden ist sehr schlechte Demokratie, bzw. Mitspracherecht der Stadt Ostfildern. D8e nach K21 Demos und Heiner Geisslers Worten als Schlichter , dass die Bürger bei größeren Bauprojekten mit einbezogen werden müssen. Und es hätte sich das etwas geändert,vor allem nachdem wir in Nellingen zum Hindenburg Str. Umbau doch auch befragt wurden. Von wegen was für Wünsche die Bürger haben. Sicherlich kann man nicht immer allen gerecht werden, warum aber wird man durch die Stuttgarter Ztg. per" Wir entscheiden, ihr Bürger der polis, des Stadtstaates" habt es anzunehmen" informiert. Oder kam das sogar auch schon i.d. Stadtrundschau? Danziger Str. , Parksiedlung sind die Bürger unzufrieden wegen schlechter Planung von zu wenigen Parkplätzen, in der schwarzen Breite auch unzufrieden. Haben meine Bekannten, bzw. frühere Geschäftskollegen, die in die Schweiz zogen i.d. Hinsicht mehr Mitspracherecht frage ich mich? Baden Württemberg macht eine Umfrage wegen S21/K21 und selbst jeder Bewohner im abgelegensten Ort, der/die kaum etwas wusste vom Bauprojekt der schwäbischen Metropole wurde befragt. Demzufolge entsprechendes Ergebnis für Stadtbewohner.Aber Dinge, die vor der eigenen Haustüre geschehen soll man ungefragt hinnehmen? Nein danke, vive la resistance! Oben bleiben und wertvollen Bodenraum beachten!


Marc Rudolph


Mitglied seit: 27.01.2016
Wohnort: Scharnhausen


geschrieben: 29.01.2018 22:09 Uhr
Betreff: Re: Baugebiet Nellingen West


Um es mal schnippisch zu sagen: die Bürger glauben nicht wirklich, bei wichtigen Dingen gehört zu werden, bevor da was verplant wurde. So sehe ich es einfach, hier und in vielen anderen Orten wo man so rum kommt.

Es wurde noch nichtmal im Ansatz das Verkehrsproblem in Ostfildern angegangen, es wird tot geschwiegen und weg geredet. In Scharnhausen kommt ein komplett neues Baugebiet hinzu mit zahlreichen Einheiten, dazu die Vergrößerung in Nellingen. Und nachher wills wieder keiner gewesen sein, wenn alle langsam aber sicher am Verkehr eingehen.

Wie gesagt, mich wundert es nicht. Hatte es auch ohne Vorwarnung letzten Freitag gelesen und staunte nicht schlecht.

Ich wette aber auch, dass die Wohnungssuchen nach bezahlbarem Wohnraum weiterhin erfolglos bleiben für viele Menschen, für viele Familien. Man liest es in Menge jeden Tag bei Facebook Gruppen. Schätze mal auch dieser Wohnraum in Nellingen wird dann zum unbezahlbaren gehören für Normalverdiener.

Mehr Menschen = mehr Kinder wird dann sicherlich das nächste Problem der Betreuung. Und viele mehr. Der Rattenschwanz ist gross, aber in der Politik wird immer nur von jetzt bis Ende der Woche gedacht. Egal auf welcher Ebene.


Gunda Matschonat


Mitglied seit: 30.01.2018
Wohnort: Nellingen


geschrieben: 31.01.2018 17:28 Uhr
Betreff: Re: Baugebiet Nellingen West


Ein paar Gedanken zum bisherigen Vorgang betr. Nellingen West:

Die Gebietserweiterung im Westen wurde in der Stadtrundschau Ende Mai 2017 als „vom Gemeinderat beschlossen“ angekündigt. Beschlossen? Meine Nachfrage - als betroffene und interessierte Bürgerin - bei OB Bolay wurde so beantwortet, dass zunächst ein Flächennutzungsplan – Änderungsverfahren erfolgen werde, incl. öffentlichem Diskurs. Wie es weitergeht, werde im Herbst der Stadtrundschau zu entnehmen sein.

Statt im Herbst von einem Flächennutzugsplan - Änderungsverfahren lese ich am 11. Januar von einer Ausstellung der Ergebnisse eines städtischen Ideenwettbewerbs zum Gebiet, angekündigt für das Wochenende 12/13. Januar. Ziemlich klein, ziemlich kurzfristig, besonders verglichen mit dem großen Bericht NACHDEM die Ausstellung vorbei war. Dem dort ausliegenden Ausschreibungstext entnahm ich:

- dass die Ausschreibung zum Wettbewerb bereits im Mai 2017 erfolgt war.

- dass die Preisgelder für die teilnehmenden Planungsbüros sich auf 120 000 Euro summieren dürften

In der Stadtrundschau vom 25. Januar wiederum kein Wort vom Änderungsverfahren. Bürgermeisterin Bader kündigt eine „frühzeitige und intensive Beteiligung von Betroffenen und Bürgern an“.

Ich halte dieses Vorgehen für das GEGENTEIL von frühzeitig! Kostspielige Planungsentwürfe einzuholen bevor überhaupt über die Dimension des Gebiets entschieden wurde?

Ist man sich so sicher, dass, was immer interessierte Bürger oder Betroffene einzuwenden oder vorzuschlagen haben, entweder zu spät kommen wird oder unerheblich ist? Bürgerbeteiligung als lästige Pflichtübung ohne Auswirkungen?

Oder: wenn die Dimension doch noch geändert wird, lassen wir eben noch einmal planen, macht doch nichts?

Die Bürgerbeteiligung zum Flächennutzungsplan 2010-2020 hatte ein unstrittiges Ergebnis im Wunsch der Bürger, den dörflichen Charakter der Ostfilderner Stadtteile zu erhalten. Eine weitere Aufsiedlung der Außenbereiche zwischen den Ortsteilen wurde abgelehnt. Ich vermute, dass sich das inzwischen nicht geändert hat.



Kathrin Wiem


Mitglied seit: 17.01.2010
Wohnort: Parksiedlung


geschrieben: 02.02.2018 9:35 Uhr
Betreff: Re: Baugebiet Nellingen West


Wer glaubt noch an Bürgerbeteiligung? Die Planung erfolgt über die Köpfe der Bürger hinweg, die "Bürgerbeteiligung" besteht dann darin, dass die Bürger Details des ihnen aufgezwungenen und bereits in trockenen Tüchern befindlichen Projekts hin und herschieben dürfen. Lesen Sie mal Hans Herbert v. Arnim "Die Hebel der Macht".
Demokratie wird neu definiert, was wir mal darüber gelernt haben,ist offensichtlich überholt.


Gunda Matschonat


Mitglied seit: 30.01.2018
Wohnort: Nellingen


geschrieben: 08.02.2018 9:46 Uhr
Betreff: Re: Baugebiet Nellingen West


Alle bisherigen Beitrage sprechen die Unzufriedenheit mit dem Ablauf an. Darüber hinaus gibt es natürlich eine Reihe sachlicher Gründe, die gegen die Planung sprechen. Mir fallen ein:

- die sehr guten Böden, die dadurch zerstört würden. Herr Eberspächer hat ja schon darauf hingewiesen. Überschlägig abgeschätzt kann auf der Fläche genug Getreide erzeugt werden, um mehr als 3000 Bürger ein Jahr lang mit Brot zu versorgen. Die Weltbevölkerung wächst weiter, der Klimawandel schränkt die Landwirtschaft in trockeneren Gebieten stark ein. Jeder weiss, dass Flächen für den Anbau von Nahrungsmitteln schon jetzt knapp sind.

- die geplante Ballung günstiger Wohnungen und Berechtigunsschein-Wohnungen im nördlichen Teil des Planungsgebietes. Andere Kommunen bemühen sich aus guten Gründen und schlechter Erfahrung darum, diese breit über das Stadtgebiet zu streuen und gerade keine Cluster zu erzeugen.

- dass bald die Infrastruktur Ostfilderns nicht mehr ausreicht: Man würde dann ganz neue Strukturen schaffen müssen. Dieses Argument stammt, glaube ich, aus den Reihen der Freien Wähler (bitte um Entschuldigung, falls das nicht stimmt)

- eine Fortschreibung der Bevölkerungsentwicklung und die Nachfrage nach Wohnungen kann naturgemäß zukünftige Entwicklungen nicht einbeziehen. Beispiele: Die Region hängt doch stark an der Automobilindustrie - aktuell stellt sich die Frage, wie/ob diese den Wandel zur Zukunft der Mobilität bewältigt. In den nächsten Jahren werden auch im Zentrum Stuttgarts sehr große Flächen durch den Umbau des Bahnhofs frei. Wie wird sich das auswirken?





Götz Eberspächer


Mitglied seit: 20.01.2018
Wohnort: Ostfildern Nellingen


geschrieben: 11.02.2018 18:41 Uhr
Betreff: Re: Baugebiet Nellingen West


Wieso verliert der Anlagensee aktuell soviel Wasser, was hat die Stadt Ostfildern vor? Das untere Becken ist leer und heute morgen lief ein Eichhörnchen durch. Die Graureiher, die Teichralle ( steht auf der roten Artenschutzliste) werden irritiert, wenn die weiterhin zu Besuch vorbeikommen bzw. sind. Demzufolge auch meine Frage, ob bei einem Baugebiet West auch Ausgleichsflächen mit einberechnet werden. Die Graureiher bsp.weise ,beobachte ich i.d. letzten Jahren häufig, sind auf den Feldern gelandet und sind dort ggf. um Frösche oder Mäuse zu finden. Zum mehrfach geäußerten Mangel an Mitbestimmung der Bürger an unserem öffentlichen Raum möchte ich darauf hinweisen, dass Demokratie jetzt ein Grundrecht auf Mitbestimmung auf Ebene der Landkreise bei einem Volksantrag beantragen will. Öffentlicher Nahverkehr, Müllentsorgung u.a. können mitreden auf wirklicher Augenhöhe. Nur in den Bundesländern Hessen und Baden Württemberg ist das bisher nicht möglich, obwohl die doch so progressiven Grünen an der Regierung sind/waren.
Mehr auf www.volksantrag-bw.de


Moderator


Mitglied seit: 01.01.1970
Wohnort:


geschrieben: 12.02.2018 11:28 Uhr
Betreff: Re: Baugebiet Nellingen West


Guten Tag,

herzlichen Dank für Ihre Beiträge und Ihre Anmerkungen zum Entwicklungsgebiet Nellingen-West und dem städtebaulichen Ideenwettbewerb dazu.

Das Plangebiet Nellingen-West wurde im Stadtentwicklungsprozess 2020 öffentlich diskutiert
und zum überwiegenden Teil im Flächennutzungsplan 2020 dargestellt. Der nördliche Teilbereich zur Stadtbahn wurde dabei aus der Flächennutzungsplandarstellung herausgenommen. Vor dem Hintergrund einer möglichen Verlegung der Kreuzbrunnenstraße und die Schaffung von kostengünstigem Wohnungsbau wurde diese nördliche Fläche jetzt mit zur Grundlage für den Wettbewerb gemacht.

Vor der Realisierung des Entwicklungsgebiets ist hier entweder ein Flächennutzungsplanänderungsverfahren notwendig oder eine Integration in die Flächennutzungsplanfortschreibung 2040. Dazu gibt es einen öffentlichen Dialog. Der erfordert aber ausreichende Diskussionsunterlagen, die erst mit einem abschließenden Ergebnis des städtebaulichen Ideenwettbewerbs vorliegen.

Im Rahmen einer frühzeitigen Beteiligung werden dann die Bürger und alle Träger öffentlicher Belange - hierzu zählen auch die Verkehrsbehörden und die Untere Naturschutzbehörde - zur Stellungnahme aufgefordert. Wie in den Verfahren üblich, ist es vorgesehen, die frühzeitige Beteiligung noch vor der Vorlage von auslegungsreifen Unterlagen durchzuführen.

Freundliche Grüße

Andrea Wangner
Pressereferentin




Gunda Matschonat


Mitglied seit: 30.01.2018
Wohnort: Nellingen


geschrieben: 20.02.2018 17:56 Uhr
Betreff: Re: Baugebiet Nellingen West


... noch kurz zu Herrn Eberspächer's Fragen bzw. Anmerkungen, der wahrscheinlich die Ausstellung zum Planungswettbewerb verpasst hat. "Planungswettbewerb" ist vielleicht auch der zutreffendere Ausdruck, nicht "Ideenwettbewerb": die Vorgaben waren schon sehr detailliert und die Ergebnisse ähnelten sich ziemlich stark.

- die Fläche ist die zu bebauende Fläche, noch ohne Ausgleichsflächen. Hierfür könnte natürlich weiterer Ackerboden in Anspruch genommen werden.

- die Ackerflächen in unserem Gebiet sind nur selten Eigentum der aktiven Bauern, sondern meist von vielen Kleineigentümern zusammengepachtet. Den Bauern sollte man also weniger den Vorwurf für den Verkauf der Ackerböden machen; ihre Interessen und die der Eigentümer dürften oft unterschiedlich sein. Seit dem Flächennutzugsplan 2010 haben auch bereits einige Landwirte altersbedingt die Flächen an neue Bewirtschafter übergeben.






Daniel Haag


Mitglied seit: 29.01.2018
Wohnort: Nellingen


geschrieben: 27.02.2018 16:23 Uhr
Betreff: Re: Baugebiet Nellingen West


Offensichtlich gibt es hier bei den Parteien oder in der Stadtverwaltung den Wunsch, "auf der grünen Wiese" im großen Stil zu bauen. Wenn man von Fragen der Beteiligung der Bürger absieht(bzw. in diesem Fall wohl eher der Nicht-Beteiligung, denn die Weichen scheinen hier schon sehr klar gestellt), stellt sich die Frage: Was bedeutet es, wenn ein Ort in kurzer Zeit um 10% (+1000 Einwohner). Was bedeutet es für die Infrastrukturen? Was heißen 10% mehr Verkehr? Was bedeutet es für die Sozialstruktur des Ortes? Diese Fragen werden nirgend beleuchtet - und doch scheint es auf der Hand zu liegen, darüber nachzudenken, bevor hier "Denkmäler" errichtet werden.


Götz Eberspächer


Mitglied seit: 20.01.2018
Wohnort: Ostfildern Nellingen


geschrieben: 27.02.2018 18:31 Uhr
Betreff: Re: Baugebiet Nellingen West


Diesen Ideenwettbewerb Fr. Matschonat habe ich gesehen. Dachte jetzt allerdings diese Pläne gehören durch ihre Bewertung sozusagen zu den planungsreifen Plänen. Auch möchte ich nicht den schwarzen Peter der Schuld den Bauern zuschieben. Die haben auch Probleme von denen wir viel zu wenig wissen.Allerdings werden diese Äcker durch Landwirte genutzt wie wir durch den Blick aus dem Fenster sehen können. Wie die Eigentumsverhältnisse sind entzieht sich meiner Kenntnis. Allerdings habe ich auch schon durch den Bekanntenkreis erfahren, dass die Eigentümer solcher (unge/erzwungenen) Grundstücksverkäufe an die Stadt auch nur bedingt glücklich sind über den Gegenwert den sie dafür erhalten Es wunderte mich nur sehr, dass durch die flammenden Sterne hier plötzlich Ackerland als Parkplätze ausgewiesen wurden. In meiner Lehrzeit zum Galabaugärtner wurde uns oftmals, von Berufsschullehrern der Fachschule für Gartenbau Hohenheim, der Wert des Mutterbodens nahegelegt und die Schädigung der Böden durch Befahren von Fahrzeugen erklärt. Und dann kommt nach dieser außerordentlichen Nutzung nun für uns als Nachbarn der Ackergrundstücke und Naturliebhaber diese Idee der Bebauung. Nochmals betone ich, dass ich auch anerkenne, dass (Neu)Bürger neues Eigentum bewohnen wollen, dass Arbeitsplätze im Bauwesen, Galabau, bei Handwerkern etc. hier für einige Zeit auch Zukunft finden. . Was allerdings nochmals auch mal eine Anregung wert wäre, dass solch eine Planung unter Einbeziehen der zukünftigen Nutzer, den Nachbarn und nicht nur von Architekten ( ohne deren Können in Abrede zu stellen) geplant wird. Bsp.Befragung der Bürger zur Hindenburg Straße! Wie in der Stadtrundschau zu lesen ist, sind die Parteimitglieder der Grünen nun auch der Meinung, dass die Fläche auch geringer ausfallen könnte, wozu ich zustimmen kann.


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