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14.7.2017

Landauers Lieblinge lassen stutzen

Foto: Campingstühle in Reih und Glied Foto: Buhl

Anfangs ist man verblüfft: Ein großes Acrylbild, einige Grafiken und Objektkästen, so etwas kann man in der Galerie erwarten. Aber die Gebilde aus bunten Stangen und Gummibändern?

Der Künstler Hartmut Landauer ist ein Sammler. Er lässt sich von alltäglichen Gegenständen bezaubern und verführen. Und er ist weit herumgekommen: geboren 1966 in Gemmrigheim, fünf Jahre in Ecuador, fünf Jahre in Spanien, Arbeitsaufenthalte unter anderem in Mexiko, Südafrika und Japan.

So sind die Ausstellungsstücke exotisch, teils unbekannt, in ungewohnten Materialien und Formen. Präsentiert werden sie akribisch angeordnet an der Wand und in Vitrinen. Plötzlich erscheinen die deutschen Stühlchen mit ihren bunt gestreiften Bezügen genauso „merkwürdig“ wie die Besen aus aller Welt. Teilweise kombiniert der Künstler die Objekte seiner ethnografischen Sammlung mit persönlichen Erinnerungsstücken. „Manche Gegenstände werden zu Lebensbegleitern mit erheblicher Symbolkraft: Sie stehen stellvertretend für Personen und Gedanken, für Erlebtes, für Geschichte und Zeit. „Der Mensch will die Dinge beseelt wissen und begreift sie als ausgelagerte Erweiterungen seines Geistes“, schreibt er.

Gesammelt hat Landauer aber auch „Abfall“ wie eine geflickte Fischkiste oder ein Stück Karton. Deren ästhetischen Reiz macht er durch Bearbeitung, Präsentation und Kombination mit anderen Werken sichtbar. Der Künstler habe jedoch kein Interesse an Ready-mades, betonte Christian Gögger, der künstlerische Leiter des Esslinger Kunstvereins, in seiner Rede bei der Eröffnung am vergangenen Sonntag vor zahlreichen Besuchern. Landauer lasse die Dinge, wie sie sind, es gebe keinen Kontextwechsel, sondern einen Dialog. Die Wandobjekte der Serie „heliotropes“ mit ihrer komplexen Struktur aus farbigen Metallrohren, gespannten Gummibändern und Schläuchen sind natürlich Kunstwerke mit einem vielfältigen Bezug zum umgebenden Raum, zu Balance und immanenter Spannung. Bei tropischen Temperaturen ertappte sich wohl mancher Besucher bei ganz anderen Assoziationen: Sommer, Sonne, Campingstuhl und Gartenschlauch.

 

Unnötigerweise vielleicht etwas schuldbewusst, denn auch dabei verwendete der Künstler ausgediente Gebrauchsgegenstände. Und auch mit Humor lassen sich die Werke des Künstlers gut betrachten, sagte Christian Gögger. So schafft Hartmut Landauer Objekte, die den Betrachter genauer hinsehen lassen, Assoziationen wecken und ein Lächeln aufs Gesicht zaubern.

Bei der Eröffnung entzückte Wortkünstler Timo Brunke die Zuhörer mit einem Gedicht. Vorgestellt wurde auch das Projekt „Magic-Box“ von Schülern des Heinrich- Heine-Gymnasiums der Klassenstufe sieben. Inspiriert von Hartmut Landauers Werken schufen sie Kisten mit Lieblingsobjekten aus ihrem Alltag, erläuterten Eva und Laurenz den Ausstellungsbesuchern. 

Die Ausstellung „spirit“ ist bis 19. September in der städtischen Galerie, Stadthaus, Scharnhauser Park, Gerhard-Koch-Straße 1, zu sehen. Der Eintritt ist frei. Die Galerie ist dienstags und donnerstags von 15 bis 19 Uhr, samstags von 10 bis 12 Uhr und sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Informationen gibt es unter Telefon 0711 3404-103, E-Mail: staedtgalerie@ostfildern.de oder Link öffnet neues Fensterostfildern.de/galerie

 

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