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4.2.2010

Ampelregelungen und was man dabei beachten sollte: Wenn Fußgänger bei Rot gehen…

Immer wieder erreichen die Stadtrundschau-Redaktion und die Stadtverwaltung Nachfragen zum Thema Ampeln und verkehrsgerechtem Verhalten an Ampeln. Deshalb hier die wichtigsten Informationen dazu.
Grundsätzlich gilt für ganz Ostfildern: Alle Verkehrsampeln sind verkehrsabhängig geschaltet. Es gibt also keine festen Schaltprogramme, die sich ständig wiederholen. Die Abfolge der verschiedenen Phasen wird vielmehr durch unterschiedliche Formen von Anforderungen gesteuert: Fußgänger drücken an der Fußgängerampel auf den gelben Taster, bei Fahrzeugen wird über Induktionsschleifen in der Fahrbahn angefordert und bei Bussen über Funksignale.


Wartezeiten variieren
Die Stadt Ostfildern möchte die Wartezeiten für Fußgänger so gering wie möglich halten. Dennoch kann es je nach Verkehrsdichte an derselben Ampel unterschiedliche Wartezeiten geben. Nach dem Drücken der gelben Taste bekommt der Fußgänger in aller Regel nicht sofort Grün, sondern nach einer bestimmten Zeit. Je nachdem, in welcher Phase angefordert wird, ist die Wartezeit unterschiedlich. Immer ist es jedoch so, dass der Fußgänger innerhalb eines Signalumlaufs mindestens ein Mal Grün bekommt.

Zu kurze Grünphase?
Die Zeit, die zur Verfügung steht, um einen Fußgängerweg zu überqueren setzt sich aus zwei Phasen zusammen: aus der Grünzeit (Fußgängersignal zeigt Grün) und der Räumzeit (Fußgängerampel Rot). Die Grünzeit ist in der Regel so gewählt, dass ein Fußgänger mit normaler Geschwindigkeit etwa zwei Drittel des Überwegs zurückgelegt hat, bevor die Ampel auf Rot schaltet. Danach kann der Fußgänger beruhigt weiter gehen, denn bevor andere Verkehrsteilnehmer Grün erhalten und einfahren können, ist genügend Räumzeit (bei Fußgänger-Rot) gegeben. Die Regel heißt: Solange die Fußgängerampel Grün anzeigt, darf die Straße betreten werden. Springt die Ampel beim Überqueren auf Rot, können Sie trotzdem ruhig weitergehen, denn in der Räumzeit haben nicht nur Fußgänger Rot sondern auch die anderen Verkehrsteilnehmer. Menschen mit eingeschränkter Mobilität sollten möglichst nur zu Beginn einer Grünphase starten, damit sie die maximale Zeit fürs Überqueren erhalten.

Nur noch zwei Felder
An einigen Stellen gibt es bei Fußgängerampeln in Ostfildern für den Fahrzeugverkehr bereits so genannte "Zwei-Felder-Ampeln": Ampeln, die lediglich aus zwei Farbsignalen bestehen, nämlich Rot und Gelb. In der "Ruhephase" zeigt die Ampel für Autofahrer gar nichts an und für Fußgänger Rot. Fordert ein Fußgänger Freigabe des Überwegs an, springt die Ampel für die Autofahrer auf Gelb und dann Rot, danach für die Fußgänger auf Grün. Wenn die Räumphase für den Fußgänger vorüber ist, geht die Ampel für den Fahrverkehr wieder vollständig aus. Diese Ampelbestückung hat einen großen Vorteil: Autofahrer sehen kein Grün und werden nicht dazu verleitet, noch schnell vor der Ampel Gas zu geben, damit sie noch in der Grünphase passieren können. Deshalb werden in der nächsten Zeit alle Signalanlagen an Fußgängerüberwegen auf Zwei-Felder-Ampeln umgestellt.

ÖPNV bevorrechtigt
Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) ist im Straßennetz grundsätzlich bevorrechtigt. Die Stadtbahn und Busse haben an ampelgesteuerten Kreuzungen Vorrecht gegenüber den anderen Verkehrsteilnehmern. Über Funk werden heranfahrende Busse und Stadtbahnen vom Computer der Ampeln erfasst und der Programmumlauf entsprechend verändert. Als Autofahrer kann man die Anforderung eines Busses am leuchtenden "A" am Ampelmast erkennen. Das A signalisiert dem Busfahrer, dass er bei der Ampel angemeldet wurde. Wenn es eine eigene Busspur gibt, darf der Bus vor dem allgemeinen Verkehr starten, wenn die gleiche Spur benutzt wird, dürfen Autos und Bus gleichzeitig fahren. Auf diese Weise beschleunigt der Bus in Ostfildern auch oft den Individualverkehr auf den Busfahrstrecken. An manchen Ampeln gibt es tageszeitabhängige Programmvarianten und fast alle Ampeln in Ostfildern gehen nachts vollständig aus. Denn bei dem geringen Verkehrsaufkommen in den Nachtsstunden würden Wartezeiten nicht nur die Geduld der Verkehrsteilnehmer strapazieren, sondern auch zu unnötigen Abgasen führen. Gespart werden dabei selbstverständlich auch Energiekosten.

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