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Alfonso Hüppi, Entwürfelungen

Sperrige Holzkisten und spröde Abfallhölzer – seit vielen Jahren ist das der Werkstoff, aus dem der diesjährige Preisträger des art KARLSRUHE-Preises und emeritierte Professor für Malerei an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf seine meist bemalten Objekte und Wandreliefs zaubert. Seit er in den `60-erJahren als Holzsachbearbeiter an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Baden-Baden mit den hermetischen, den Raum umschließenden und zweckgerichteten Transportbehältnissen in Berührung gekommen war, gelingt Alfonso Hüppi die spielerische und von Leichtigkeit gekennzeichnete Metamorphose der Kisten zu humorvollen Objekten.

ca capo, 2002 für homepage 

Da capo, 2002, 262 x 253 cm

Kistenquadrate, quasi die Ursprungsform aus naturfar-benen Brettern, werden nicht nur ihrer ursprünglichen Bedeutung enthoben, sondern geöffnet, zerlegt, ausei-nandergenommen, aufgeklappt, „entwürfelt“ und die Einzelteile neu zueinander in Beziehung gebracht. Zu-nächst entstehen zweidimensionale Werke, die Räum-lichkeit nur durch perspektivische Anordnung suggerie-ren; das heißt, Quadrate, Dreiecke, Parallelogramme.

Bei der „Entwürfelung“ scheint die Kiste auseinanderzu-fallen wie bei einem Sturz, wird aber schon im freien Fall reliefartig festgehalten. Durch Verschiebung und Überlagerung entstehen immer neue Konstellationen, die das Auge auffordern permanent die Sicht auf die Dinge zu verändern.

Holzrelief 2010 für homepage
Holzrelief, 2010

Was Hüppi interessiert, ist in erster Linie die Wechsel-wirkung von Fläche und Raum, sowie das Zusammen-spiel linearer-zeichnerischer Elemente mit der Malerei. Die Architektur der Städtischen Galerie nimmt die Hori-zontalen, Vertikalen, Schrägen auf und spielt sie in spannungsreicher Wechselwirkung von Fläche und Raum, von Linien, Flächen und Farben zurück.

Wiederkehrendes Leitmotiv der Ausstellung sind die „Köpfe“ oder auch „Kopfscheiben“, die seine Affinität zum Figürlichen zeigen - lebensnah und zauberhaft zugleich, voller Ideenreichtum und Phantasie.

kein Titel, 2010 

kein Titel, 2010

In Ostfildern wird zudem das „Tor für Max Bill“ gezeigt. Vertikale Elemente in Weiß wechseln sich mit schwarzen ab. In diesen wird der Betrachter stark reflektiert, deutlich weniger ausgeprägt in den weißen und gewinnt so je nach Perspektive den Eindruck, er befinde sich vor dem Tor oder dahinter. Dahinter verbirgt sich die Idee des ägyptischen Scheintores, das den Körper zurückhält, den Geist aber mühelos passieren lässt.

Alle Abb. © VG-Bild Kunst, Bonn 2015

 

Öffnungszeiten

Di, Do 15 – 19 Uhr; Sa 10 – 12 Uhr; So 15 – 18 Uhr

An Feiertagen geschlossen.

Sonderöffnung: 25.5. von 15 – 18 Uhr

 

Alfonso Hüppi

1935 Geboren in Freiburg im Breisgau

1960-64 Dozent für Kalligrafie und Bildnerisches Gestalten an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg

1964-68 Mitarbeiter der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden

1969 Preis der International Biennial of Graphic Arts in Ljubljana

1974-99 Professor für Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf

1974 Berlin-Preis, Akademie der Künste Berlin

1997 Hans-Thoma-Preis des Landes Baden-Württemberg

1998 Gründung des „Etaneno – Museum im Busch“ in Namibia mit Erwin Gebert

2015 Preis der art KARLSRUHE

Mitglied des Deutschen Künstlerbundes, des Künstlerbundes Baden-Württemberg und der Akademie der Künste Berlin

Lebt in Baden-Baden und Berlin