
http://www.ostfildern.de/%E2%80%9EVorbildliches+Engagement+f%C3%BCr+die+Lesekultur%E2%80%9C.html
Die Büchereien in Ruit und Scharnhausen können auf ehrenamtlicher Basis weiterbetrieben werden. Schon bald soll dafür ein Förderverein gegründet werden.
Der Gemeinderat beschloss mit großer Mehrheit, die beiden derzeit geschlossenen Zweigstellen in die Hände eines Fördervereins zu geben.
Die Sparberatungen des Gemeinderats im vergangenen Jahr mündeten im Mai dieses Jahres in den Beschluss, die Büchereizweigstellen Ruit und Scharnhausen Ende September zu schließen. Dies war jedoch mit dem Wunsch verbunden, gemeinsam über die Möglichkeiten eines Büchereibetriebs auf ehrenamtlicher Basis nachzudenken. Schon bald fanden sich in beiden Stadtteilen engagierte Bürger zu Gruppen zusammen, die diese Aufgabe angehen wollten.
Die Planungen und konzeptionellen Überlegungen der beiden Initiativen für die Büchereien sind mittlerweile weit fortgeschritten. Als Dach der beiden Gruppen soll ein gemeinsamer Förderverein gegründet werden, der auch Vertragspartner der Stadt Ostfildern für den Betrieb der Büchereien sein soll. Ein eindeutiger Vertragspartner und ein klar formulierter Vertrag seien auch notwendig, damit die Ehrenamtlichen eine verlässliche Grundlage hätten, stellte Oberbürgermeister Christof Bolay klar.
Als Rahmenbedingungen segneten die Gemeinderäte ab, dass die beiden Büchereien in ihren bisherigen Räumen bleiben, der Förderverein muss dafür keine Miete oder Nebenkosten bezahlen. In beiden Zweigstellen soll der Schwerpunkt auf Kinder- und Jugendliteratur liegen, damit der Nachwuchs sich vor Ort und ohne weite Wege mit Lesestoff versorgen kann. Das Team der Stadtbibliothek unterstützt die Ehrenamtlichen dabei beim Aufbau des Bücher- und Medienbestands. Die beiden Büchereien sollen allerdings wie bislang Angebote für alle Generationen bereithalten. Die Ruiter Initiative möchte die Bücherei gar zum Ort der Begegnung für Bürger aufwerten.
Die Gemeinderäte zeigten sich überwiegend beeindruckt von der Entwicklung. „Wir haben es noch im März als ehrgeizige Aufgabe bezeichnet, die Büchereien ehrenamtlich weiterzubetreiben. Heute stellen wir fest, dass wir auf unsere Mitbürger stolz sein können“, sagte der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler Joachim Dinkelacker und bedankte sich bei den Aktivisten für ihr „vorbildliches Engagement für die Lesekultur“ in der Stadt.
Auch Werner Schmidt (SPD), der die Vorarbeit der Ehrenamtlichen als „seriös, strukturiert, ideenreich und fundiert“ würdigte, und Margarete Schick-Häberle (Grüne), die von einer „neuen Qualität“ sprach, signalisierten die Zustimmung ihrer Fraktionen. Einzig Norbert Simianer (CDU) stieß sich daran, dass durch einen ehrenamtlichen Betrieb das ursprüngliche Sparziel nicht erreicht werde.
Entsprechend gab der Gemeinderat bei sechs Gegenstimmen grünes Licht für das Projekt.