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18.5.2017

„Eine neue soziale Bürgerbewegung“

Die Fachstelle für Integration und Flüchtlingshilfe hat im Ausschuss den Weg zum kommunalen Integrationsplan vorgestellt. Damit soll das Zusammenleben in der Stadt gestärkt werden.

Der starke Zuzug von Flüchtlingen hat die Kommunen bundesweit vor große Herausforderungen gestellt. In Ostfildern hat sich ausgehend vom Freundeskreis Asyl eine beeindruckende ehrenamtliche Hilfestruktur entwickelt, die von der städtischen Fachstelle Integration und Flüchtlingshilfe unterstützt und koordiniert wird. Die hauptamtlichen Fachkräfte Nathalie Stengel-Deroide und Andrea Koch-Widmann haben im Verwaltungsausschuss das bislang in der Stadt Geleistete zusammengefasst und das Konzept für einen kommunalen Integrationsplan vorgestellt.

„Zuwanderung ist als Chance für eine moderne, weltoffene und vielfältige Stadt zu verstehen“, sagte Andrea Koch-Widmann. Viele Ehrenamtliche hätten, nicht zuletzt unter dem Eindruck der großen Zahl an Flüchtlingen, die in der Stadt untergekommen waren, eine beeindruckende Struktur von Hilfe, Unterstützung und Eingliederungsangeboten geschaffen. Nathalie Stengel-Deroide hob hervor, dass sich Menschen aus allen Stadtteilen und vielen unterschiedlichen Berufen, Alteingesessene wie Migranten und auch Flüchtlinge selbst für das gemeinsame Ziel der Integration und des gutnachbarschaftlichen Zusammenlebens in der Stadt engagieren. „Man kann mittlerweile beobachten, dass eine neue soziale Bürgerbewegung entstanden ist“, sagte Stengel-Deroide. Die Aufgabe der Hauptamtlichen sei dabei, als „Lotsen im Dschungel der Möglichkeiten, der Gesetze und der Vorschriften“ die vielfältigen Hilfsangebote zu koordinieren.

Mit einem kommunalen Integrationsplan sollen die Anstrengungen in der Stadt auf eine festere und breitere Basis gestellt werden. „Integration ist eine Querschnittsaufgabe, die alle Bereiche der Stadtverwaltung, der Kommunalpolitik und des Gemeinwesens umfasst“, sagte Andrea Koch-Widmann. Sie dürfe daher nicht vom Engagement Einzelner abhängig sein, vielmehr müssten tragfähige Netzwerke aufgebaut werden. In einer Stadt mit einem Anteil von 15,2 Prozent an Migranten aus 110 verschiedenen Herkunftsnationen, die alle die Stadtgesellschaft bereichern, dürfe Integration zudem nicht allein auf Flüchtlinge konzentriert werden. Vielmehr müssten alle in der Stadt lebenden Migranten in den Prozess einbezogen werden.

Das Konzept der Fachstelle Integration und Flüchtlingshilfe sieht dafür ein mehrstufiges Vorgehen mit breiter Bürgerbeteiligung vor. So soll ein Plenum Integration installiert werden, in dem sich Vertreter der Verwaltung, der Schulen, der Wirtschaft und der Organisationen in Arbeitsgruppen über diverse Aspekte der Integration austauschen und konkrete Projekte entwickeln. Dabei ist an zentrale Themen wie Werte und Akzeptanz, Wohnen, Arbeit, Spracherwerb, Schule und Ausbildung sowie Freizeit und kulturelle Vielfalt gedacht. Hinzu kommen Bürgerdialog genannte Diskussionsveranstaltungen, bei denen die Arbeitsergebnisse und Projektvorschläge auf breiter Basis vorgestellt und weiterentwickelt werden sollen. Diese Veranstaltungen können durch Workshops zu Schwerpunktthemen ergänzt werden. Zudem ist an eine große Diskussionsveranstaltung gedacht, zu der nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Bürger eingeladen werden sollen.

Der Integrationsplan soll in etwa einem Jahr als Entwurf vorliegen und dann im Gemeinderat diskutiert werden. Zum Ende des kommenden Jahres könnten die ersten konkreten Vorhaben umgesetzt werden. Die Entwicklung des Integrationsplans wird wissenschaftlich begleitet, der Gemeinderat durch Zwischenberichte auf dem Laufenden gehalten. Der erste Bürgerdialog wird bereits am 30. Juni stattfinden.

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