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18.5.2017

„Ein fahrender Baumarkt“

Kreisbrandmeister Bernhard Dittrich, Abteilungskommandant Alexander Engelfried, Stadtkomman-dant Gerhard Hanekamm, Oberbürgermeister Christof Bolay und Stefan Heymann, Beauftragter für den Sonderfahrzeugverkauf bei Mercedes-Benz (von links) Foto: Peter Di

Die Freiwillige Feuerwehr erhält einen neuen Rüstwagen. Das rund 435.000 Euro teure Fahrzeug wird für die technische Hilfeleistung eingesetzt und ist in Nellingen stationiert.

Nach einem Jahr Bauzeit ist der neue Rüstwagen in der vergangenen Woche an die Feuerwehr Ostfildern übergeben worden. Er ersetzt ein Vorgängerfahrzeug aus dem Jahr 1983. Der Rüstwagen wird für alle Arten von Hilfeleistungen, etwa zum Befreien von Menschen aus Unfallfahrzeugen oder zum Einsatz bei Ölunfällen benötigt. Die Feuerwehr habe sehr genau überlegt, was sie brauche, lobte Oberbürgermeister Christof Bolay bei der Übergabe des Fahrzeugs. Und das sei neben einer gut ausgebildeten und einsatzbereiten Mannschaft eben auch gutes Gerät. Der neue Rüstwagen sei ein Baustein aus dem Feuerwehr-Bedarfsplan, der in der Vergangenheit erarbeitet worden ist.

Wie viel sich in der Technik in den vergangenen 30 Jahren getan hat, erläuterte der Stadtkommandant Gerhard Hanekamm am Beispiel des Lichtmasts. Die vier Halogenscheinwerfer des Vorgängerfahrzeugs hätten 6.000 Watt verbraucht. Der neue Wagen mit LED- und Xenon-Technik komme bei gleicher Lichtqualität mit nur 500 Watt aus. Der alte Rüstwagen sei bei der Anschaffung nach neuestem Stand der Technik ausgestattet gewesen. „Heute ist er nicht mehr zeitgemäß.“ Hanekamm beschrieb den neuen Rüstwagen als „einen fahrenden Baumarkt“. Er enthalte Sägen, Spreizer und eine Rettungsschere, eine Rettungsplattform für Lkw-Unfälle, eine Mineralölpumpe, Einrichtungen zum Auffangen von Gefahrgut, Chemikalienschutzkleidung, eine Seilwinde, Material zur Verkehrsabsicherung und vieles mehr. Ein kleiner Teil der Ausrüstung aus dem alten Rüstwagen konnte auch noch übernommen werden.

Das neue Fahrzeug hat das Unternehmen Walser in Österreich gefertigt. Das Fahrwerk ist ein Atego 1629 mit Allradantrieb von Mercedes-Benz. Der in Nellingen stationierte Rüstwagen wird nicht nur im ganzen Stadtgebiet, sondern auch auf der Autobahn A 8 zwischen dem Abschnitt Wendlingen und der Stuttgarter Stadtgrenze und bei Großunfällen auf dem Flughafen Stuttgart eingesetzt. Das Fahrzeug hat rund 435.000 Euro gekostet. Das Land hat sich daran mit 160.000 Euro beteiligt, finanziert aus der Feuerschutzsteuer. Der Kreis gab einen Zuschuss von 20 Prozent, also rund 87.000 Euro.

Die Hälfte der Feuerwehrleute wurde bereits im Umgang mit dem neuen Rüstwagen geschult, für die andere Hälfte beginnt die Schulung in zwei Wochen. Bis zu den Sommerferien werden die Schulungen abgeschlossen sein.

Kreisbrandmeister Bernhard Dittrich betonte, dieser zweite Rüstwagen im Landkreis werde ausschließlich von Ehrenamtlichen besetzt und auch überörtlich eingesetzt. Dittrich wünschte dem neuen Fahrzeug „so wenig Einsätze wie möglich“. Zu erwarten sind etwa 20 bis 30 Einsätze pro Jahr.

Der Nellinger Abteilungskommandant Alexander Engelfried sagte, der Arbeitskreis für die Neuanschaffung, besetzt mit Kameraden aus allen Abteilungen, sei schon 2012 gegründet worden. Dieser Arbeitskreis habe sich Rüstwagen in verschiedenen Kommunen angeschaut. Doch bis zur Bestellung des Fahrzeugs verging noch einige Zeit, denn die Stadt ging bei der vorherigen Zuschussrunde leer aus. Nun sei die Freude der Wehrleute groß. „So ein Fahrzeug ist Motivation für die ganze Mannschaft“, sagte Alexander Engelfried. Das Vorgängerfahrzeug wird weiter Dienst tun. Es steht künftig der Feuerwehr in der polnischen Partnerstadt Bierawa zur Verfügung.

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