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7.10.2011

„Auch Sie als Bürger sind gefragt“

Das Thema erneuerbare Energien bewegt die Bürger in der Stadt. Zum ersten Energieforum im KuBinO kamen rund 250 Interessierte, die sich aktiv für eine Energiewende einsetzen möchten. „Wir wollen Sie heute unter anderem begeistern für die Bürger-Energiegenossenschaft Ostfildern“, das hat Oberbürgermeister Christof Bolay bei der Eröffnung des Energieforums gesagt.

Die Stadt habe bereits Grundlagen für eine Energiewende gelegt, „jetzt sind auch Sie als Bürger gefragt.“ Gemeinsam mit mehreren Partnern hatte die Stadt eine Kampagne zur Energiewende gestartet und zum Energieforum geladen. Dort wurden die verschiedensten Ansätze in Sachen Klimaschutz präsentiert, unter anderem die ersten Erkenntnisse aus einem Klimaschutzkonzept für den Stadtteil Nellingen.

Jeder Nellinger Bürger verursacht jährlich durchschnittlich 7,4 Tonnen Kohlendioxid - damit liegt er unter dem Landesdurchschnitt von 9,1 Tonnen. Dieser Wert kann und soll aber verbessert werden. Für den Pilotstadtteil Nellingen hat das Stuttgarter Büro Drees & Sommer ein Klimaschutzkonzept mit einer Kohlendioxid-Bilanz und einem Klimaatlas erstellt sowie Empfehlungen für die Zukunft erarbeitet. Frank Bornmann stellte die Ergebnisse vor: Der bisherige Anteil an erneuerbaren Energien lasse ebenso wie die Anzahl an Fotovoltaikanlagen noch „viel Luft nach oben“, so Bornmann. Jeder Einzelne verursacht durch Autofahren, Heizen und Strom Kohlendioxid, das sei allen bekannt. Weniger bekannt sei jedoch der Kohlendioxid-Ausstoß in Verbindung mit der Ernährung. Wer Leitungswasser trinke, verursache nur zwölf Kilogramm Kohlendioxid im Jahr, wer dagegen in Plastikflaschen abgefülltes Wasser aus dem Ausland trinke, bis zu 1.200 Kilogramm, so erläuterte Bornmann den Zusammenhang. Und weiter: „Wir müssen das Bewusstsein wecken, dass jeder aktiv dazu beitragen kann, die Emissionen zu reduzieren.“ Zum Beispiel durch Strom sparen und mit der Durchführung von Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden, Bornmann: „Hier liegt das größte Einsparpotenzial.“ Denn erfasst wurden auch die Gebäude, sortiert nach Typen und Alter. Insgesamt gibt es in Nellingen 1.872 Wohngebäude, darunter viele älteren Baujahrs.

Bei Fragen rund um die energetische Sanierung eines Gebäudes hilft die neu eingerichtete Energieberatung der Stadtwerke Esslingen und Ostfildern weiter. Sie wird in allen Stadtteilen, außer im Scharnhauser Park, angeboten. Die Erstberatung ist kostenlos, Termine können beim Rathaus Ruit vereinbart werden. Sinnvoll ist es, Pläne, Fotos und Informationen über den Energieverbrauch mitzubringen.

Im Juli ist in der Stadt zudem die „Bürgerenergie Ostfildern eG“ gegründet worden. Der Vorstand arbeitet ehrenamtlich, die beiden Vorstände sind Bürgermeister a.D. Jürgen Fahrlaender und Armin Schnabel, Prokurist bei der Volksbank Esslingen. Aufsichtsratsvorsitzender ist der Oberbürgermeister. „Wir wollen lokal, regional und überregional aktiv werden“, so Fahrlaender zu den Zielen der Energiegenossenschaft. Bereits geplant sind jetzt drei Fotovoltaikanlagen. Zwei von ihnen mit einem Investitionsvolumen von insgesamt knapp 100.000 Euro könnten innerhalb der nächsten Monate realisiert werden, und zwar auf den Dächern der Kindertagesstätte im Bierawaweg und der Riegelhofturnhalle. Ein Genossenschaftsanteil kostet 250 Euro, die Rendite könnte, so Schnabel bei „drei Prozent plus X liegen.“ Fahrlaender: „Jeder kann mitmachen und es müsste sich auch für jeden rechnen.“ Die Worte zeigten Wirkung: Am Ende der Veranstaltung gingen die Antragsformulare jedenfalls weg wie warme Semmeln.

Weitere Informationen dazu unter der Telefonnummer. 0711-3909-230 und im Internet: www.buergerenergie-ostfildern.de

 

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