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Bianca Semmer


Mitglied seit: 15.11.2016
Wohnort: Kemnat


geschrieben: 01.12.2016 11:59 Uhr
Betreff: Ärger über erneute Gebührenerhöhung


Streit um ein transparentes & Faires Gebührenmodell

Zeilen wie diese werden die Eltern wohl immer kritisch beäugen
SN vom 21.11.16
• 5% Gebührenerhöhung ist „ für die einzelne Familie nicht viel“
EZ vom 26.11.16
• Qualität hat eben seinen Preis

Genau hier setze ich an, Qualität hat seinen Preis.
Seit vier Jahren bin ich mit der Thematik der städtischen Einrichtung in Kemnat vertraut, und kann berichten, dass der Kampf um einen Betreuungsplatz (ab 3J.) im Jahr 2013, außerordentlich schwierig, undurchsichtig und nicht nachvollziehbar für uns war (bei all der Transparenz der Wartelisten)
Dass es im Jahr 2016 für uns etwas besser aussah, war dem Umstand zu schulden, dass pünktlich unser Interimscontainer im April 2016 stand. So ein Container ist sicher nicht die schlechteste Wahl, brachte für unser Kinder dennoch reichlich Einschnitte mit sich.(bei 100% Gebühren)Es gibt kein Außenspielbereich bzw. Garten, einen riesen Lärmpegel, kein Treppengeländer an der Eingangstreppe (was hat dazu wohl das Bauamt gesagt) keine Abhängung/Trennung des Bauschutts auf dem der Container steht, ganz zu schweigen von dem, was man darin gefunden hat.
Nach viel Druck vom EBR einigen Briefen und Gesprächen konnten wir nach! 5 Monaten ! einen Schallschutz, Geländer und das Abhängen des Bauschutts, mit Folien bewirken. Ok, Alles besser wie eine Bauruine aus anno dazumal, wo es zu den Fenstern reinzog, es vom Dach einregnete und die Regenrinne über den Spielplatz ablief.
Die hohe Qualität und Flexibilität der Stadt setzt sich fort bei den Betreuungszeiten und Buchungsmodellen 3+2Tage, die im Jahr 2016 doch eher zu zu den 60igern passen.
Viele Menschen arbeiten heut zu Tage im Schichtdienst oder im Dienstleistungsbereich an Wochenenden und bis 22 Uhr. Da stellt sich uns schon die Frage, wie man so unflexibel bleiben kann. (Der Wunsch nach mehr Flexibilität besteht von Seiten der Eltern, seit Jahren.) Wir würden es als selbstverständlich betrachten, dass im Betreuungsbereich mehr geschichtet werden muss um die Öffnungszeiten endlich anzupassen. Dass es im städtischen Kindergarten in Kemnat ohnehin weniger Betreuungszeiten gibt, weiß die Stadt seit ca. 2 Jahren und sieht kein Handlungsbedarf.
Dies passt wiederum zu dem ständigen Personalmangel, wohlbemerkt seit 2013, also kein war, sondern ein ist Zustand.
Von ausgesprochen hoher Qualität spricht man auch:
Wenn im Jahr 2013 festgellt wird dass der JG 2010 ein geburtenstarker JG ist und man erschrickt, dass im Jahr 2016 auch diejenigen in die Schule müssen und erneut ein Kampf um die Vergabe der Kernzeit und Hortplätze beginnt.
Auch die Bausubstanz einer Grundschule in Kemnat, gibt so viel her, das die Erstklässler ihre Tische verrücken müssen, damit das Wasser vom Dach nicht in die Schulbücher tropft….
es ist nicht etwa so, dass die Gemeinde darüber nicht Bescheid weiß und nein es ist nicht so, dass alle nur schimpfen, es wird durchaus gesprochen, es werden von Seiten der Eltern Lösungsvorschläge erarbeitet und es wird Hilfe angeboten usw. damit man im Nachgang liest, es wird unsachlich diskutiert …...
Die Prioritäten der Stadt Ostfildern, liegen definitiv nicht bei glücklichen Kindern und Eltern sondern irgendwo anders!? (wurde hier schon zu oft beschrieben)
Ja, wir fühlen uns verschaukelt, ungehört und unverstanden, wenn für diese Qualität noch mehr zu zahlen wäre.
Eine stille Verabschiedung des neuen Gebührenmodells wäre ein herber Schlag ins Gesicht der Eltern und die Stadt hätte sich auch dann nicht an ihr Versprechen aus 2015 gegenüber den Eltern gehalten, bei der nächsten Erhöhung für rechtzeitige Bekanntmachung und Transparenz zu sorgen.







Till Merk


Mitglied seit: 26.04.2007
Wohnort: Scharnhauser Park


geschrieben: 04.12.2016 0:33 Uhr
Betreff: Re: Ärger über erneute Gebührenerhöhung


Hallo Bianca, kann dir zu 100 % zustimmen.
Wer als Bürgermeister öffentlich sagt : 5 % (wohl gemerkt PRO KIND) ist nicht viel und tragbar, der hat entweder den Bezug zur Realität verloren, oder er hat einfach wenig Ahnung wie es ist, Beruf & Familie in einer "hochpreisigen-Gegend" wie Ostfildern zu vereinbaren, wenn man praktisch gezwungen ist, 2 Einkommen in der Familie zu haben.

Wie muss sich eine Familie fühlen, die 62.000 brutto ( ca. 45 000 netto) Familieneinkommen hat und für die Kita derzeit 569 Euro (ohne Essen!! ) pro Kind bezahlt und dann hört, dass eine Erhöhung der sowieso schon höchsten Gebühren in der Region "..für die einzelne Familie nicht viel sei.." ????

Aber nun clever gelöst Herr Bolay ;-) jetzt wird von den 5 % einfach abgesehen, weil man ganz genau weiß, durch das neue Gebührenmodell werden die 5 % Erhöhung locker rein gespült ;-) und ab den mittleren Einkommen werden die Familien noch weiter "ausgepresst...

Bitte entfernen sie einfach endlich, dass auf der Homepage so toll umworbene Motto " Ostfildern - Familienfreundlich... es ist einfach nicht wahr

mit freundlichen Grüßen
Till Merk




Marc Hemmerich


Mitglied seit: 09.11.2016
Wohnort: Ruit


geschrieben: 04.12.2016 21:19 Uhr
Betreff: Re: Ärger über erneute Gebührenerhöhung


Interessant finde ich ja, dass wir in Ostfildern fast die höchsten Gebühren für die Kinderbetreuung in Baden-Württemberg haben - deren weitere Steigerung in wenigen Tagen beschlossen werden soll.

Spannend ist doch auch, die Aussage des Herrn Oberbürgermeister in diesem Zusammenhang zu hinterfragen: „Qualität kostet auch Geld“.
Denn damit sagt Herr Bolay, dass die Güte der Kindergärten und Horte seiner Nachbarbürgermeister nicht so gut sein kann, wie die in Ostfildern. Sonst wäre sie ja eben so teuer. Nachdem wir preislich an der Spitze liegen, müsste demzufolge die Qualität der Kinderbetreuung in Ostfildern quasi die Messlatte für’s Land sein…

Hoffentlich nicht!
Zum Beispiel im Stadtteil Kemnat war die Betreuungssituation in mehrerer Hinsicht über Jahre prekär – nur der Preis war immer spitze. Der bauliche Zustand des städtischen Kindergartens war lange Zeit eine Zumutung – und die Personalsituation entsprach dem desolaten Gebäude. Zeitweise waren zwei Erzieher mit über 40 Kindern allein! Das Engagement der Verwaltung, die zahlreich abwandernden Erzieher zu ersetzen, kann nur wohlwollend als „schleppend“ bezeichnet werden. Übrigens auf dem Rücken der verbleibenden Erzieherinnen. Eltern wurden sogar aufgefordert, kurzfristig ihre Kinder zu Hause zu behalten! „Qualität kostet auch Geld“.

Als von Seite der Eltern angefragt wurde, ob denn der Personalschlüssel noch im Rahmen der Gesetze wäre, hatte die Stadtverwaltung eine einfache Antwort. Man könne ja die Öffnungszeiten der Einrichtungen einschränken, dann hätte man wieder genug Betreuer um notwendigen Personalschlüssel Genüge zu tun. Unverhohlener kann man berufstätigen Eltern kaum drohen.

Es sei angemerkt, dass die Kinder des Bürgermeisters natürlich nicht in der städtischen Einrichtung untergebracht waren, sondern in der weitaus besser ausgestatteten Einrichtung des kirchlichen Trägers – dort tropfte es nicht aus der Decke und zog es nicht durch die Fenster.

Ostfildern hat Geld, Straßenbäume von unten zu beleuchten – und fordert eine Kostendeckung für Kindergärten durch Gebühren. Den beleuchten Baum, der eine Kostendeckung einbringt, möchte ich mal sehen. Dass Ostfildern immer mehr für die Kinderbetreuung ausgibt hängt maßgeblich mit dem Wachstum der Bevölkerung zusammen. Durch zahlreiche Neubaugebiete in den letzten Jahren, gibt es natürlich mehr Kinder und damit mehr Bedarf an Kindergärten, Hortbetreuung und Krippen. Ich hoffe wirklich, dass dieser Zusammenhang für OB, Stadtrat und Verwaltung jetzt nicht überraschend ist...

Warum die Gebühren in Ostfildern die höchsten sind, hat uns Eltern, trotz vieler Fragen bisher noch niemand beantwortet. Und nur mit der Aussage „Qualität kostet auch Geld“ ist es nicht getan. Da wäre eine etwas belastbarere Begründung dringend notwendig.


Mit freundlichen Grüßen

Marc Hemmerich



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